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Was wünscht du, Juan Gonzales?

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Penelope Lopez

Was wünscht du, Juan Gonzales?“ (Originaltitel: Que deseas, escritor?) ist ein von Penelope Lopez geschriebener Roman. Er handelt vom jungen Juan Gonzales, der nach Machés zieht, um als Schriftsteller Karriere zu machen. Das Buch erschien im Jänner des Jahres 1802.

Formale Analyse Bearbeiten

Das Buch „Was wünscht du, Juan Gonzales?“ setzt sich aus 110 000 Wörtern zusammen und ist damit der kürzeste Roman der Autorin. Es gibt keine Kapitel. Der Text ist jedoch in Absätze gegliedert, die Sinneinheiten entsprechen und dadurch eine Stellenweise mit Kapiteln vergleichbare Aufgaben übernehmen. Ein Eigenheit des Buches ist die Tatsache dass die Erzählperspektive immer wieder zwischen Ich- Erzähler und Er-Erzähler gewechselt wird. Die Erzählhaltung, die Anfangs des Buches ironisch ist, wird im Verlauf des zunehmend neutraler und verstärkt dadurch das Empfinden, die durch die Wandlung der Hauptcharaktere ausgelöst wird.

Inhalt Bearbeiten

Die Handlung spielt im Jahre 1728. Der junge Schriftsteller Juan Gonzales lebt in einem kleinem Zimmer in einem heruntergekommen Hotel, nachdem er vor zwei Monaten eine Kurzgeschichte für 300 Bolivar (bis 1768 Währung Venezuelas) an eine überregionale Tageszeitung verkauft hatte und in die aufstrebende Stadt Machés gezogen war, um reich zu werden. Den Großteil seiner Zeit verbringt Juan in seinem Zimmer mit Tagträumen. Er sieht sich selbst als großes Talent und stellt sich in Gedanken vor, wie er großen Zeitungen Interviews gibt oder einen Literaturpreis entgegen nimmt. Um Geld zu sparen ernährt sich Juan nur noch Orangen und anderem günstigen Obst. Mit seiner Miete ist er zwei Wochen in Rückstand. Sein letztes Geld trägt er in Form eines alten fünf Bolivar-Scheins immer bei sich. Während eines Spazierganges durch den er versucht, seine Schreibblockade zu überwinden, wird er von einer Prostituierten angesprochen. Juan, der keine Erfahrung mit Frauen hat und noch dazu streng katholisch erzogen wurde, lehnt das Angebot ab. Doch kurze Zeit später ärgert er sich die Situation nicht genutzt zu haben, bezeichnet sich selbst als Weichei und fragt sich, wie er seine Schreibblockade überwinden soll, wenn er keine Erfahrungen macht.

Noch in der selben Nacht spricht Juan eine Prostituierte an und begleitet sie auf ihr Zimmer, spricht jedoch nur mit ihr und zahlt ihr schliesslich sein letztes Geld, um mit der Frau nicht den Geschlechtsakt vollziehen zu müssen. Erschüttert setzt sich der Schriftsteller auf die Treppen vor dem Hotel und denkt darüber nach, nach Hause zurückzukehren und vorher noch in einer Kirche Gott um Vergebung zu bitten, als ein Betrunkener eine Ein-Bolivar-Münze in seinen Hut wirft. Juan kauft davon Papier für seine Schreibmaschine, ein paar Briefmarken und zieht sich in sein Zimmer zurück um zu Schreiben. Doch aus der geplanten Geschichte wird nur ein Brief an den Verleger Alberto Fideré, dem er seine Probleme schildert. Nachdem er das frankierte Kuvert in den Briefkasten geworfen hat, begibt Juan sich auf die Suche nach einem Ort, an dem er seine letzte Münze los werden kann und entscheidet sich schließlich für ein Café. Frustriert sitzt er alleine an einem Tisch in der Ecke. Als ihm der bestellte Kaffee nicht schmeckt und ihn die gutaussehende Kellnerin Tzitzitlini ignoriert, steht er schließlich auf und beschimpft sie als Otomí, die sich keine gute Schuhe leisten kann. Danach schüttet er den Kaffee über den Tisch und schmeißt die Bolivar-Münze auf den Boden. Juan kehrt in sein Hotel zurück.

Als er am nächsten Morgen aufsteht, versucht der Schriftsteller wieder seine Schreibblockade zu überwinden, doch er scheitert und träumt schließlich von der gutaussehenden Kellnerin, von der er weder Namen noch Alter weiß. Schließlich gibt er auf, schreibt einen Brief an seine Mutter, in dem er seine baldige Ankunft ankündigt und entschließt sich, vorher der Kellnerin ein Exemplar seiner Kurzgeschichte zu schenken. Als er am nächsten Morgen den Brief aufgeben will, erfährt er, dass der Alberto Fideré Verlag seinen Brief als Kurzgeschichte veröffentlicht hat und ihm dafür einen Scheck von 250 Bolivar schickt. Daraufhin schmeißt Juan den Brief an seine Mutter weg und geht in das Café wo die schönen Kellnerin arbeitet. Er reicht ihr die Kurzgeschichte und sie bringt ihm ein Bier, dessen Kosten sie übernimmt. Als sich Tzitzitlini weigert, den Text zu lesen kippt Juan das Bier über den Tisch. Daraufhin zerreißt sie die Geschichte. Zwischen dem Schriftsteller und der Kellnerin beginnt sich eine Hassfreundschaft zu entwickeln. Immer wieder besucht Juan das Café und demütigt Tzitzitlini öffentlich, welche wiederum nicht zögert über seine Träume herzuziehen und sich über seinen fehlenden Erfolg lustig zu machen. Nach anfänglicher Freude über den Geldsegen und eine kurze Phase ohne Schreibblockade verfällt Juan wieder dem Trübsal. Er verliebt sich in die Kellnerin, deren Herz jedoch Carlos, dem Besitzer des Cafés, gehört. Um seine Gefühle zu verbergen, zieht sich der Schriftsteller zurück und versteckt sich hinter Zynismus und Sarkasmus.

Er verbringt den Tag mit Träumen und bringt seine Phantasien zu Papier, nur um sie am nächsten Morgen in den Papierkorb zu werfen. Als Tzitzitlini eines Abends, nachdem sie von Carlos geschlagen worden war, Juan besucht und ihm mitteilt, dass er zwar ein Ekel ist, sie sich aber trotzdem ein Leben mit ihm vorstellen könnte, lacht er nur und macht sich über sie lustig. Des Weiteren erfährt er, dass Tzitzitlini Marihuana abhängig ist. Es kommt zu einem Streit, in dessen Verlauf die Kellnerin das Zimmer verlässt. Juan ist erschüttert über sein Verhalten, setzt sich an seine Schreibmaschine und bringt eine Geschichte zu Papier, die er am nächsten Morgen per Post an Alberto Fiderè schickt. Während der Schriftsteller auf die Antwort wartet, denkt er über sein Verhalten nach und erkennt, was für ein Tor er war, glaubt jedoch, dass es zu spät ist etwas zu unternehmen und wendet sich wieder der Schreibmaschine zu. So verbringt er einige Tage und versucht seine Schreibblockade zu überwinden, als zwei Briefe ankommen. Einerseits eine Antwort des Verlegers, der 1000 Bolivar beigelegt sind, sowie ein Brief von Carlos mit der Aufforderung die Kellnerin, die zu ihm geflüchtet war, abzuholen und mitzunehmen. Juan kauft sich einen Pferdewagen und fährt zur Hütte, die sich am Rande des Inneren Hochlandes von Venezuela befindet, um Tzitzitlini mitzunehmen.

Er gesteht ihr seine Liebe und die beide fahren bis an die Küste, wo Juan ein kleines Häuschen am Meer in der Nähe von Cumana mietet und Tzitzitlini ein kleines Hündchen kauft. Der Schriftsteller und die Kellnerin leben zwei Monate zusammen. Er beginnt mit der Arbeit an seinem ersten Roman, während sie versucht, Lesen zu lernen. Doch die Idylle wird durch Tzitzitlinis Marihuanakonsum getrübt. Ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich und es kommt immer wieder zu Spannungen. Als die Kellnerin eines Abends beginnt, Juan anzuschreien, ihm Vorwürfe zu machen und zusammen mit dem Hund das Haus verlässt, ist der Schriftsteller verwirrt, lässt sie jedoch ziehen und respektiert ihren Entschluss. Es vergeht eine Woche. Er schreibt weiter an seinem Roman, der, so ist Juan sich sicher für ihn den Durchbruch bedeuten wird, als ein Telegramm mit der Bitte, Geld zu schicken, ankommt. Als Absender ist kein Name sondern nur ein Postfach angegeben.

In der Vermutung es könnte von Tzitzitlini stammen, schickt er das Geld. Innerhalb des nächsten Monats kommen immer wieder Telegramme an und es gelingt Juan Tzitlinis Weg zu rekonstruieren. In der Annahme ihr Ziel sei Carlos' Hütte begibt sich der Schriftsteller mit seinem Pferdewagen auf den Weg, findet jedoch nur Carlos vor. Dieser erklärt, Tzitzitlini wäre gestern angekommen und habe wirres Zeug geredet. Er habe sie vor die Tür gesetzt und sie sei nach Osten tiefer ins Innere Hochland gegangen. Juan erkennt, dass seine Suche zu Ende ist. Zwischen dieser Hütte und der aztekischen Grenze gibt es nichts als Sand und Salzseen. Der Schriftsteller nimmt das Notizbuch, welches Tzitzitlini gehörte, folgte eines Stunde ihrem Weg und wirft es dann in die Wüste hinein.

Hauptpersonen Bearbeiten

Juan Gonzales Bearbeiten

Juan Gonzales ist der Sohn armer Bauern, die in der Nähe von Caracas leben. Er wurde katholisch erzogen, erfuhr von seinem Vater nur wenig Zuneigung. Als einziges Kind der Familie genoss Juan Schulbildung. In der Schule wurde er auf Grund seiner Herkunft ausgeschlossen und beschimpft, doch zuhause war er der Stolz der Familie.

Juan ist eine ambivalente Persönlichkeit, die an haarsträubenden Tagträumen und fehlendem Selbstbewusstsein krankt. Er sieht sich als schriftstellerisches Genie und Frauenheld, doch in Wahrheit ist er ein unerfahrener schüchterner Junge, der sich hinter einer Maske vor dem Druck seiner Eltern und der Gefahr der Großstadt versteckt. Er gibt sich als weltgewandter Zyniker mit Geld, doch Juan ist nur ein junger Erwachsener, der aus Angst gedemütigt zu werden, niemanden an sich heran lässt. Er ist eingeschüchtert durch die selbstbewusste Kellnerin und versucht seine Unsicherheit durch Beleidigungen zu überspielen. Erst als sein Selbstvertrauen durch seinen schriftstellerischen Erfolg steigt ist es ihm möglich, ehrlich zu sein.

Juans Tagträume zeigen seine Zerrissenheit, schwanken zwischen Manie und Depression. Er verkörpert die Unsicherheit, die viele junge Menschen haben. Man ist zerrissen zwischen der Angst zu Versagen und dem Wissen um die eigene Möglichkeiten. Er wirkt dadurch äußerst glaubwürdig.

Tzitzitlini Bearbeiten

Tzitzitlini ist eine Otomi, die nach Venezuela gezogen war, um dort durch Heirat zu Einfluss und Geld zu kommen. Sie schämt sich für ihre Herkunft, gibt sich selbst als Aztekin aus und trägt einen aztekischen Namen, trotzdem wird sie immer wieder Opfer von Diskriminierung. Sie leidet darunter. Genauso wie unter der Tatsache, dass sie nicht lesen und schreiben kann. Tzitzitlini arbeitet als Kellnerin. Sie leidet unter ihrer fehlenden Bildung und der Benachteiligung, die sie aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Herkunft erleidet.

Mit ihrem sturen Charakter und unbeugsamen Wesen eckt sie immer wieder an und isoliert sich dadurch selbst. Als sie einmal Stellung zur politischen Lage nimmt und sich zum aztekisch-peruanisch Krieg äußert, zieht sie den Ärger einiger Gäste auf sich. Bedingt durch ihre starke Unzufriedenheit greift sie zu Marihuana. Letztendlich eskaliert die Situation, als sie neben den Repressalien der Gesellschaft auch noch die unerwartete die Liebe ertragen muss. Sie verfällt den Drogen. Ihr Gesundheitszustand wird schlecht. Es hat den Anschein als würde sie immer wieder psychotische Phasen erleben und sich immer weiter zurückziehen. Tzitzitlini baut eine starke emotionale Bindung zu ihrem Hund auf und verlässt schließlich Juan nach einem Streit um zu Carlos zurückzukehren. Dieser will sie jedoch nicht in seiner Nähe haben, worauf Tzitzitlini in die Anden flüchtet.

Rezessionen Bearbeiten

Das Buch wurde von Seitens der Leserschaft und von den Kritikern begeistert aufgenommen. Bedingt durch die ausgezeichneten Bewertungen, die Thematik und den Umfang des Werkes ist es schon kurz nach seinem Erscheinen öfter verkauft worden als der Roman „Ein Sandkorn zwischen Mühlrädern“.

„Die Geschichte um Juan Gonzales und Tzitzitlini schafft es den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen. Der Schriftsteller wirkt durch seine Fehler, seine Träume und seine Wünsche äußert menschlich. [...] Durch den selbstironischen Ton am Anfang empfindet man Sympathie für den Protagonisten. [...] Der Wechsel der Erzählhaltung und der Erzählperspektive sind meisterhaft gelungen und machen das Buch zu etwas Einzigartigem. […] Penelope Lopez zeigt wieder einmal, dass sie zu den besten Autorinnen der Welt gehört. „Was wünscht du Juan Gonzales“ ist ein sicherlich das Buch des Jahres und vermutlich sogar das beste Buch, das ich je gelesen habe.“ - Anacaona Malinal Xalli

„Juan Gonzales verkörpert den typischen Schriftsteller, der meist nur mit einem Traum und etwas Papier im Gepäck die Spitze des Berges zu erklimmen. Er hat keinerlei finanzieller Rücklagen und keinerlei Wissen, ob er überhaupt etwas als Schriftsteller taugt. Doch Gonzales stellt keinen Einzelfall dar. Fast jedem jungen Künstler geht es so.“ - Joan Red Dove, Literaturkritikerin des Old Yorker Literature Review

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