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Paganismus

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Penta.jpg

Das Pentakel - nicht zu verwechseln mit dem Pentagramm - ist eines der Hauptsymbole des Paganismus.

Paganismus ist die gängige Bezeichnung für das Heidentum. Der Begriff wurde deswegen von den Paganisten forciert, weil Unkundige "Heide" oft fälschlicherweise mit "Atheist" gleichsetzten.

Paganismus ist ein Samelbegriff für eine ganze Gruppe von Religionen, die, trotz inhaltlicher Unterschiede eine Reihe von gemeinsamen Merkmalen beinhalten als da sind; Polytheismus (Mehrere Götter), starke Naturbezogenheit, (vg. auch Naturreligion) Glaube an Magie und Geister, Fehlen einer Erweckungsbotschaft, Fehlen eines zentralen Buches, weniger stark polarisiertes Gut-Böse Schema, weniger ausgeprägte Trennung zwischen Dies- und Jenseits.

Je nach Tradition kann eines oder mehrere der oben genannten Merkmale auch fehlen. Dies führt ab und an zu Diskussionen, ob eine bestimmte Glaubenstradition wirklich als paganistisch zu bezeichnen ist oder nicht. Derzeit gelten folgende Religionen als paganistisch:

Darüberhinaus existieren zahlreiche Unterformen. Im Grunde vertritt jeder Gläubige, zummindest aber jeder Stamm / Familenclan seine eigene, paganistische Religion.

Ursprung und InhaltBearbeiten

Selene.jpg

Selene, die Mondgöttin

Der Paganismus basiert auf den frühsten, dokumentierten Glaubensformen und reicht daher Jahrtausende zurück. Viele Symbole die man von Höhlenmalereien, Artefakten und Steingravuren kennt, sind noch heute in den diversen Traditionen von Bedeutung.
Grundthemen des Paganismus sind der Kreislauf der Natur, Werden und Vergehen aller Dinge, die unterschiedlichen Ebenen des Seins z.B die "sieben Welten" im Sibirischen Schamanismus oder die "Strassen" im Indianischen Glauben (rote Strasse= Diesseits, blaue Strasse=Jenseits) usw. Die Götter repräsentieren entweder die Urkräfte (Wind, Sonne, Wasser, Wälder, Berge) oder die das Leben bestimmende Eigenschaften: Liebe, Krieg, Wut, Eifersucht, Güte, Barmherzigkeit, Macht, Heilung, Erinnern, Vergessen, Trost, Rache.
Anders als in monotheistischen Religionen, fehlt eine zentrale Instanz. Die Vielfalt selber bildet eine Einheit. Auch steuert die Welt nicht auf ein "Ziel" zu (Erlösung oder jüngster Tag). Zwar gibt es in einigen Traditionen Apokalypsen oder Endzeitvorstellungen, jedoch folgt diesen Zerstörungen meist eine Auferstehung des Seins im erneuerten Zustand. Auf der Meta-Ebene ist das Sein aus paganistischer Sicht daher endlos und wertfrei. Es besteht lediglich aus ununterbrochenen Übergängen und Wandeln, welche die Illusion von Anfang und Ende erzeugen.
Auch Schöpfungsmythen beinhalten selten eine Schöpfung "aus dem Nichts" sondern setzen einen wie auch immer gearteten, vorherigen Zustand voraus.

Ein weiteres Merkmal ist das Fehlen einer anthropozentrischen Weltsicht. Der Mensch ist weder die Krone der Schöpfung noch hat er für die Götter eine Sonderolle inne. Er ist nur eine Entität unter vielen anderen; Tieren, Pflanzen, Steinen, Geistern und sonstigen Wesen.

Paganistische EthikBearbeiten

Nichtpaganisten hinterfragen oft die die ethische Botschaft des Paganismus. Im Gegensatz zu den monotheistischen Religionen gibt es keine eindeutigen Vorgaben von "Gut" und "Böse" die möglichst in schriftlicher Form vorliegen und den Gläubigen anleiten, wie er sich moralisch und somit gottgefällig verhalten kann. Viele, vorallem ältere Rituale erscheinen zudem ausgesprochen grausam und festigen daher den oft gewonnen Eindruck, dass das Heidentum keine "Religion der Güte" sei.

Dazu ist zu sagen, dass auch viele Schriftpassagen der Buchreligionen mit modernen Vorstellungen von Humanität inkompatibel sind. Wie alle Glaubensformen lässt sich auch das Heidentum hart-archaisch oder moderat interpretieren und ausüben. Selbst das Christentum basiert letzten Endes auf der Heilsbringung durch einen brutalen Opfertod. Auch wenn das Besondere an diesem Tod natürlich ist dass er, so die Lehre, alle weitere Opfer überflüssig machte, so ist doch nicht wegzudiskutieren, dass auch der Christliche Gott offenbar Blut sehen wollte, ehe er Gnade walten lassen konnte. Nicht wenige paganistische Gottheiten sind weitaus friedlicher und verschenken ihr Heil ganz ohne Vorbedingung.

Die Vorstellung von Lohn oder Strafe im Jenseits ist zwar in Ansätzen vorhanden, aber weitaus weniger ausgeprägt und zentral wie in den monotheistischen Religionen. Hier variieren die unterschiedlichen Traditionen auch am stärksten. Grob kann man sagen, dass der Heide einer starken Eigenverantwortlichkeit unterliegt. Man geht davon aus, das gutes Tun gute Reaktionen (sowohl von den Mitmenschen als auch von den Göttern) hervorruft und böses Tun das Gegenteil. Ein Individuum kann sich durch das Einbringen positiver Energie in die Welt Heil und Segen "erarbeiten" und dadurch wachsen und zu immer grösserer Freiheit, Stärke und Weisheit gelangen. Wer indes von Neid, Hass und Rache geleitet ist kann sich durchaus in einen spirituellen Zustand hineinmanövrieren, der dem einer Verdammnis im monotheistischen Sinne nahekommt. Nicht umsonst ist das Sein auch mit allerlei rastlosen, bösen Wesenheiten bevölkert: Dämonen, Inkubi, Sukkubi, bösen Geistern und anderen.

GötterBearbeiten

Ein wesentliches Merkmal des Polytheismus ist es, dass ein einzelner Mensch zwar immer nur eine bestimmte Auswahl an Göttern verehrt, die Existenz der anderen - auch die anderer Religionen und Völker - aber nicht bestreitet. Dies gebiert eine Grundtoleranz, die im Monotheismus so nicht möglich ist. Der Monotheist muss per se die Existenz anderer Götter bestreiten und deren Anbeter als "irrgläubig" verurteilen, was Konflikte vorprogrammiert.

Viele Götter haben ausgesprochen menschliche Züge. Manchmal werden die Götter auch als Teilaspekte EINER Gottheit interpretiert (das ist beispielsweise bei den Wicca der Fall) was grenzmonotheistische Züge hat. Andere aber sehen die Götter als eigenständige Wesenheiten, auch dann wenn zwei Gottheiten aus unterschiedlichen Kulturen das selbe repräsentieren: So wären die römische Diana und die griechische Artemis zwar "wesensverwandte", aber doch unterschiedliche Persönlichkeiten.

In manchen Traditionen spielen die Götter in der gelebten Spiritualität auch eine relativ untergeordnete Rolle. Der Verduner Ahnenkult beispielsweise, betrachtet die Welt der Götter als eine unbegreifliche, für den Menschen nicht fassbare Ebene und sieht einzig die Geister der Ahnen (aus dem mythischen Krieg) als Ansprechpartner für Gebete und als zuständig für das Schicksal der Menschen.
Die Anhänger des Cruor Ater konzentrieren sich ebenfalls erstlinieg auf den Dämon, der als feinstoffliches Gegenstück mit jedem Lebewesen verbunden ist. Götter werden als Einseeler betrachtet und anerkannt, sie spielen aber in der alltäglichen Liturgie nicht die selbe Rolle die zB ein monotheistischer Gott für seine Anhänger spielt.

Paganismus versus MonotheismusBearbeiten

Traditionell werden paganistische Glaubensrichtungen von den Anhängern monotheistischer Religionen als minderwertig und primitiver betrachtet, was unter anderem mit der starken Ausbreitung des Monotheismus erklärt wird: Die Menschen würden eben die bessere Lehre erkennen. Dazu ist zu sagen, dass der Monotheismus sich natürlich deshlab relativ rasch ausgebreitet hat, weil dessen Anhänger die Verbreitung aktiv mit Missionierung, ja gar Zwangskonvertierung vorantreiben. Der Monotheismus eignet sich grundsätzlich auch besser als Religion für Machtausübende: Wenn es nur einen Gott gibt und nur einer oder nur wenige Stellvertreter auf Erden das Monopol auf das Wissen bezsitzen, wie dieser Gott zufriedenzustellen sei, befindet sich das Individuum in völliger Abhängigkeit von der zuständigen Instanz. Zwar üben je nach Religion und Zeit heidnische Priester ebenfalls eine durchaus bis zum Missbrauch reichende Macht aus, trotzdem stellt die grundsätzliche "Wettbewerbssituaton" unter den Gottheiten eine dauerhafte Entschärfung der potentiellen Abhängigkeit von klerikalen Strukturen dar.

Die vielleicht grösste Stärke des Polytheismus ist das Fehlen der Theodizee-Problematik: Da im Monotheismus der alleinige Gott automatisch auch das Negative mitzuverantworten hat stellt sich die Frage, wie ein allgütiger UND allmächtiger Gott Dinge wie Mord, Erdbeben, Krankheit, Seuchen usw zulassen kann. Auch die Erlösungsbotschaft hakt an dem Punkt, dass der Gott, der vor der Verdammnis rettet auch der verdammende Gott IST.
Polytheistische Götter sind hingegen weder allgütig noch allmächtig sondern repräsentieren einzelne Kräfte im Zusammenspiel des grundsätzlich wertfreien Seins. Ein weiterer Vorteil ist die bereits angesprochene Toleranz. Da der Polytheist in der Regel alle Götter und die mit ihnen verbundenen Lehren anerkennt (auch wenn er sie persönlich nicht praktziert) erübrigt sich nicht nur Missionierung, es stellt sich auch nicht die Notwendigkeit, spirituelle Erlebnisse der anderen Religionen als "Illusion" oder Werk des Teufels" zu diffamieren. Man kennt das von eifrigen Christen: Voller Hingabe erzählen sie von Offenbarungserlebnissen und sogar Wundern. Erzählt ein Andersgläubiger von ähnlichen Erfahrungen, tut der Christ diese als "Täuschung durch das Böse" oder schlicht als "Produkt von Drogenkonsum" ab. Für den Paganisten ist die gleichzeitige Authentizität spiritueller Erfahrungen unterschiedlicher Religionasangehöriger kein Widerspruch. "Dir geschieht wie Du glaubst" ist gern zitierter Spruch.

Wo der Paganismus in der Regel schlechter als die monotheistschen Religionen abschneidet, ist bei den Themen Feindesliebe und Barmherzigkeit den Armen gegenüber. Zwar gilt es in vielen Traditionen gewiss als Tugend, verzeihen zu können und den Armen zu helfen. Diese Tugenden haben aber nicht die Vorrangige Stellung wie sie es in den monotheistischen Religionen haben. - Zummindest theoretisch haben. Durch die stark betonte Eigenverantwortlichkeit im paganistischen Menschenbild kann das Heidentum Menschen, die den Halt einer starken, religiösen Wertevorgabe brauchen, diesen Halt oft nur bedingt geben.

Geläufige MoralvorstellungenBearbeiten

Der Paganismus unterscheidet sich von den monotheistischen Religionen zudem vielfach dadurch, dass das Verständnis von Sittlichkeit stark differiert: Im Paganismus sind in der Regel weder Bi- und Homosexualität noch Polygamie ein Problem. Allerdings gibt es hier starke Unterschiede je nach Tradition / Glaubensgruppe: Der Cruor Ater zB erlaubt Bisexualität nicht (Wohl aber Homosexualität) Der dunkeldeutsche Paganismus (von dem man allerdings wenig weiss) bestraft Sex vor der Ehe (egal ob mit Mann oder Frau) mit dem Tode. Selbstmord gilt im Monotheismus als grosse Sünde, Im Cruor Ater ist er ebenfalls ungern gesehen, in vielen anderen Tradititionen wird er je nach Kontext sogar als ehrenvoll betrachtet. Auch die Stellung der Frau variiert sehr stark von fast rechtlos (Dunkeldeutschland) bis zu egalitär (Aztekenreich) und fast egalitär (amerikanensisches Druidentum). Hier spielt natürlich immer die örtliche Kultur eine grosse Rolle, ebenso der Grad der gesellschaftlichen Modernität insgesamt. Vielfach sind scheinbar liberale Aspekte der Religion nicht immanent sondern lediglich Errungenschaften einer neuzeitlichen Auslegung. Dies gilt auch für die monotheistischen Religionen.


Paganismus weltweitBearbeiten

Paganmap.jpg

Die Verbreitung des Paganismus weltweit

  • Nimmt man alle als paganistisch geltenden Religionen zusammen, ist der Paganismus die zweitstärkste Religion der Welt. Nach dem Christentum, wenn man auch hier alle christlichen Strömungen zsammenfasst. Es wird viel diskutiert und spekuliert, welche der beiden Grundströmungen in absehbarer Zeit die Oberhand gewinnt. Zum einen ist die christliche Mission nachwievor erfolgreich, zum anderen übt aber auch der Paganismus in traditionell christlichen Ländern auf viele Menschen eine grosse Faszination aus.

In Preussen gibt es eine bereits eine durchaus nennenswerte paganistische Minderheit. Interessante Ausnahmefälle stellen die Länder Aquanopolis und Terra maligna dar: Da die malignesische Bevölkerung usprünglich aus Verbannten und Strafgefangenen unterschiedlicher Länder bestand, ist anzunehmen, dass diese die Religion ihrer Vorfahren übernahmen, diese war, bedingt durch die hohe Anzahl Amerikanenser, heidnisch. Der paganistische Weltkongress wehrt sich aber vehement dagegen, Terra maligna als paganistisches Land zu bezeichnen. Umgekehrt weisen Christen ebenfalls entschieden die Behauptung zurück, dass das Land christlich sei.
Die führende Religion in Aquanopolis ist bedingt durch den stark kontrollierten Informationsfluss, der aus diesem Land nach aussen dringt, bis heute unklar. Vereinzelte Äusserungen von Aquanopolitanern lassen möglicherweise auf einen Ahnenkult schliessen.

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