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Mitling

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Der Begriff „Mitling“ stammt aus einer alten Tradition der Amerikanensier und ist Gegenstand einer Form von Adoption. Sie wird in modifizierter Form zuweilen heute noch praktiziert.

Sprachliche Herkunft Bearbeiten

Der Begriff "Mitling" ist dabei etymologisch nicht genau geklärt, es kursieren verschiedene Erklärungsmodelle. Das erste stellt einen Kontext zum Passus „Mittelding“ her, das die familiäre Bedeutung des Mitlings zwischen leiblichem Kind /Blutsverwandten und Angestellten beschreibt. Andere Sprachkundler sehen eher den Anlass als begriffsstiftend, nämlich das Mitleid, den Bedürftigen aufgenommen zu haben.

Geschichtlicher HintergrundBearbeiten

Gerade angesichts der schwerfälligen Besiedelung Amerikaniens durch unfreiwillig Gestrandete hatte sich auch durch die großen Feuerkatastrophen im 17. Jahrhundert rund um Newburyport eine Mentalität durchgesetzt, deren Grundpfeiler das gegenseitige Helfen in Krisenzeiten war.

Zwar waren im frühen Amerikanien Waisenhäuser nicht vorgesehen, obwohl auch aufgrund der Pest im fünfzehnten Jahrhundert und den Grippe-Epidemien im 16. Jahrhundert und anderer Katastrophen immer ein Bedarf an der Aufnahme und Verpflegung von Waisenkindern gegeben war.

Da aber Not erfinderisch macht, wurde eine besondere Form der Aufnahme Hilfsbedürftiger gesellschaftlicherseits mit staatlicher Unterstützung erschaffen: die Mitlingschaft. Während die Adoption eine Verbürgung von Rechten und Pflichten für beide Parteien mit sich bringt, legt allein der Stifter des Mitlings fest, wie sich die Mitlingschaft gestalten soll, welche Rechte der Mitling bekommt und welche nicht. Die Mitlingschaft konnte auch jederzeit gekündigt werden, da sie aufgrund eigener oft unsicherer Lebensumstände früherer Zeiten nicht behindern sollte. Heute ist das schwieriger, vorallem für den Stifter.

Wer konnte Mitling werden? Bearbeiten

Nicht nur Kinder kamen in den Genuss dieses weit und willkürlich geknüpften sozialen Netzes, auch junge Erwachsene und ältere Menschen die in Not geraten waren und Familie, Haus und Hof - und das nicht immer nur unverschuldet - verloren hatten, konnten als Mitling aufgenommen werden und hatten nach dem persönlichen Gusto des Stifters selbst für ihre Kost und Logis zu sorgen.

Da Amerikanien schon immer durch eine ausgedehnte landwirtschaftliche Nutzung charakterisiert war, war das Wirken im Stall oder Feld eine nahe liegende Sache, wenngleich für körperlich Schwächere die Stellung als höhere Dienstmagd, bessere Kammerzofe oder Kammerdiener und für Waisenkinder Erfahrungen in der Hauswirtschaft lebensbestimmend wurden oder außerschulische Lehren z. B. an Webstühlen oder in Ziegeleien probat waren.

Eine Bezahlung war nicht vorgesehen, es galt allein der Aspekt des Umsorgens, und die soziale Struktur des Gebens und Nehmens. Trotzdem war ein Mitling weitaus besser gestellt als gewöhnliche Dienstboten. So sind viele Mitlinge in amerikanensischen Familien zu Familienmitgliedern geworden und aus den Haushalten nicht mehr wegzudenken gewesen. Einfache Mägde und Knechte schliefen meist in wesentlich einfacher gestalteten, oft unbeheizten Räumlichkeiten, während das Zimmer des Mitlings oft gar auf dem gleichen Trakt des Gutsherren lag. Wie hoch auch immer die familiäre Anbindung war, keinesfalls war der Mitling lediglich als kostenlose Arbeitskraft zu missbrauchen.

Missbräuche Bearbeiten

Sofern die familiäre Anbindung nicht gelingen wollte oder aber der edle Stifter doch von wirtschaftlichen Erwägungen bestimmt war, wurden auch Klagen von Mitlingen laut, die vom Besuch der Stadtbüchereien und sonstigen Bildungseinrichtungen ferngehalten wurden. Diese Menschen waren im Verlauf der Geschichte immer selbstbewusster geworden und riefen den als Vermittlerinstanz installierten Dorfältesten bzw. den Bürgermeister an, damit diese obige Probleme oder gar ausnützerische Verhältnisse mit einer Massregelung wieder richtig gewichteten konnte. Gegebenenfalls waren polizeiliche Untersuchungen einzuleiteten oder - im schlimmsten Falle - die Vermittlung des Ehrenamtes an einen anderen Stifter anzuordnen.

Ungeliebter Status - das Ehrenamt ohne Ehre? Bearbeiten

Für viele Mitlinge die später in höhere gesellschaftliche Sphären aufgestiegen waren, war es allerdings charakeristisch, ihren Status als entwertend bzw. minderwertig anzusehen und daher zu verschweigen. So soll auch ein früher Präsident Amerikaniens, Millard Fillmore, ein Mitling gewesen sein. Ob dies der Wahrheit entspricht oder nur ein von intriganten Wahlgegnern in die Welt gesetztes Gerücht ist, kann heute nicht mehr mit Sicherheit nachvollzogen werden. Einige Hoffnung wird immerhin in die Entzifferung seines geheimnisvollen Briefes gesetzt.

Berühmte Mitlinge Bearbeiten

Einer der berühmtesten Mitlinge Amerikaniens war der Newburyporter Abuneezar McLaclan, der in Wahrheit Ronald Kerr hieß und sich bis zu seinem Verschwinden mit dem Übersetzen archaischer Schriften einen (anderen) Namen machen konnte. Gemeinhin gilt er auch als einer der größten Fälscher Amerikaniens, so dass seine Briefmarken-Replika mittlerweile sogar Einzug in Museen gehalten haben. Da er auf alten Bildern stets mit Buckel, Krückstock und schmerzverzerrter Grimasse dargestellt wird, ist er eine der für unartige Kinder meistbeschworenen Gestalten, die im Zweifel mit dem knorrigen Stock für Ruhe sorgen würden. Er sei so reich mit Schmerz überladen, dass ihn nichts mehr beseelt, als ihn auf andere zu übertragen:

"Abuneezar mit dem krummen Rücken
zieht Dich bald in den Wald hinein,
Deine Pein wird sein Entzücken sein,
denn dann kommst Du nie mehr heim!"

Als reale geschichtliche Persönlichkeit ist er verstrickt in die Umstände des großen Brandes in und um Newburyport, dem zig Menschen, etliche Gebäude und ein guter Teil der damaligen Forstbezirke rund um Newburyport zum Opfer fielen.

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