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IWN Archiv: Der Staatsbesuch in Wien

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'Nachfolgend die archivierte Sondersendung der Independent World News zu den historischen Ereignissen anlässlich des Staatsbesuchs des amerikanensischen Präsidenten in Österreich, im Juni 1801. Die älteste Sendung folgt zuerst.


05. Juni 1801 Sondersendung Schwere Ausschreitungen in WienBearbeiten

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Gestern Nacht aber auch im Verlaufe des heutigen Tages kam es in Wien, der Hauptstadt von Österreich zu massiven Protesten gegen den geplanten Staatsbesuch des amerikanensischen Präsidenten, John F. Kennedy.
Es soll zahlreiche Verletzte geben, ob es auch Tote gibt, ist noch unklar. Die Beschädigungen und Verwüstungen sind beträchtlich. Mehrere Geschäfte sind ausgebrannt.

Beobachter berichten, dass die Polizei vorallem bei den Unruhen gestern erst nach langem Zögern eingriff. Heute schien sie entschlossener zu reagieren, was jedoch den harten Kern der Demonstranten nicht abschreckte. Vorläufiger Höhepunkt der Unruhen war ein Angriff aud die amerikanensische Botschaft heute am späten Nachmittag. Brandsätze flogen in das Gebäude, welches schliesslich evakuiert werden musste. Mehrere Kutschpferde gingen durch und verursachten dadurch einige, teilweise schwere Verkehrsunfälle.

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Die Demonstranten errichteten Barrikaden aus Steinen zerstörter Gebäude und umgekippten Fahrzeugen.

Live über Fernsprechapparat sprechen wir nun mit unserem Nordeuropa-Korrespondenten, Walther Volgelthau in Wien:

IWN: Herr Vogelthau, wie ist die Situation aktuell in der österreichischen Hauptstadt?

WV: Relativ ruhig. nach dem Angriff auf die Botschaft hat die Polizei - endlich muss man fast schon sagen - durchgegriffen und die Unruhen unter Kontrolle bekommen.

IWN: Gab es Festnahmen?

WV: ja, einige. Allerdings längst nicht so viele wie ma das beispielsweise bei regierungsfeindlichen oder antimonarchistischen Kundgebungen gewohnt ist.

IWN: Das ist ja die grosse Frage: Warum reagieren die Behörden ausgerrechnet bei diesen diplomatisch so brisanten Ausschreitungen so auffallend lasch? Immerhin wurden zahllose amerikanensische Flaggen und Kennedypuppen verbrannt, und Plakate mit dem Konterfei von Roosevelt zetrampelt und bespuckt.

WV: Naja, das ist natürlich so, dass man ganz genau weiss, dass die Demonstranten im Grunde nur eine Mehrheitstimmung im Volke wiederspiegeln. Die Animosiotäten gegen die einistigen Kriegsgegner sind einfach noch riesig und ich vermute mal, dass selbst Kaiser Franz Josef III. davon nicht ausgenommen werden kann.

IWN: Wie glauben Sie, wird Kennedy Morgen empfangen? Befüchtet man nicht noch mehr Unruhen, ja sogar Attentatsversuche auf den amerikanensischen Präsidenten?

WV: Also Unruhen werden ganz klar erwartet und es gilt als sicher, dass Kennedy hier nicht mit Jubel empfangen werden wird. Dass JFK stets in offenen Kutschen fährt bereitet den Sicherheitskräften naturgemäss Sorgen, allerdings wird ja auch das Kaiserpaar mitfahren und das minimiert das Risiko für Kennedy und seine Hauptfrau.

IWN: Wieso minimieren?

WV: Weil die Leute etwas gegen Kennedy haben, aber nicht gegen ihren Kaiser. Hundertprozentig ist das natürlich auch nicht, die Gefahr besteht, dass sich der Groll auch gegen den Herrscher wendet und dann wirds hier richtig gefährlich.

IWN: Herr Vogelthau, ich bedanke mich für das Gespräch.

Meine Damen und Herren, der IWN wird Morgten live von der Ankunft Kennedys in Wien berichten. Bleiben Sie also dran!

06. Juni 1801 - Sondersendung zum Staatsbesuch des amerikanensischen Präsidenten in WienBearbeiten

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Meine Damen und Herren, Willkommen zur Sondersendung des IWN zum Staatsbesuch des amerikanensischen Präsidenten John F. Kennedy in Wien, der Hauptstadt Österreichs.
Seit über 25 Jahren ist Kennedy der erste amerikanensische Präsident, der mit Kaiser Franz Joseph dem Ersten zusammentrifft. Die letzte Begegnung dieser Art fand 1776 zu Ende des Nordeuropakrieges statt: Damals traf der im Felde stehende Dwight D. Eisenhower den Kaiser.

Es ist fürwahr kein Saatsbesuch wie jeder andere: im Vorfeld dieses Gipfels gab es nicht nur heftige Kritik in beiden Ländern, in Wien kam es auch zu erheblichen Ausschreitungen und eskalierendenden Anti-Kennedy Demonstrationen. Unser Nordeuropa-Korrespondent Walther Vogelthau steht für uns am Wiener Flughafen, wo in wenigen Minuten der präsidiale Zeppelin, die Airforce One, landen wird. Wir schalten nun live zu ihm.


IWN: Herr Vogelthau, ist die Airforce One schon gelandet?

WV: Guten Tag und Hallo ins Studio! Ja, der Zeppelin schwebt gerade über dem Flugfeld ein. Die Leinen werden schon abgeworfen und vom Bodenpersonal festgemacht.

IWN: Die Frage, die wohl alle bewegt: Wie ist die aktuelle Lage, was es die Proteste angeht?

WV: Angekündigt wurden ja massive Demonstrationen, die natürlich alle erstmal verboten wurden, aber niemand glaubt hier im Ernst, dass sich die Kennedy- und Amerikaniengegner davon abhalten lassen. Rund um den Flugplatz ist massive Polizeipräsenz. Es gab zahlreiche Verhaftungen. Trotzdem konnte ich auf der Fahrt hierher vereinzelte Demonstrantenzüge sehen, die ungehindert Richtung Flughafen zogen. Die Behörden haben natürlich das Problem, dass sie nicht einfach die gesamte Bevölkerung wegschliessen können.

IWN: Im Gegenteil, es wäre ja normalerweise üblich, dass die Bevölkerung auf der Route der Staatskarosse vom Flughafen bis ins Hotel Spalier steht und dem Staatsgast jubelt. Es steht hier aber zu befürchten, dass kaum gejubelt werden wird. Wie gedenkt man mit desem Problem umzugehen?

WV: Es gab da diverse Spekulationen: Ein hartnäckiges Gerücht besagt, dass Kaiser Franz Joseph der Dritte...

IWN: Der Erste!

WV: Bitte?

IWN: Franz Joseph der Erste. Nicht der Dritte.

WV: Stimmt, ich bringe das immer durcheinander, bitte entschuldigen Sie.

IWN. Wäre nett, wenn Sie sich das mal merken könnten, wir bekamen heute Morgen drei Postsäcke mit Protestbriefen wütender Österreicher zugesandt, weil Sie gestern schon mal vom "Dritten" sprachen.

WV: Ich glaube, das liegt daran, dass ich bei "Wien" immer an den "Dritten Mann" denken muss. Aber ich werd's mir merken, versprochen. Also ein Gerücht besagt, dass Franz Joseph der Erste einige hundert loyale Bürger dafür bezahlt haben soll, dass sie in der ersten Reihe stehen und den Staatsgast freundlich empfangen, mit Fähnchenwinken und so. Dies wurde aber bislang weder bestätigt noch dementiert... So, der Zeppelin ist gelandet!
Die Ehrengarde ist aufmarschiert und rollt den roten Teppich aus. Und ja, jetzt sehe ich auch den Kaiser, begleitet von seiner Frau, der Kaiserin Constanze Elisabeth von Österreich-Ungarn. Nun öffnet sich die Tür der Passagiergondel und John F. Kennedy steigt aus! Hinter ihm geht seine Hauptfrau, First Lady Jacqueline und weiter hinter ihr, die anderen Ehefrauen und der Ehemann. Jetzt fängt die Militärkapelle an zu spielen, die amerikanensische Hymne "Wide open spaces"...oh...

IWN: Das scheint mir nicht die amerikanensische Hymne zu sein.

WV: In der Tat, das ist der "Preussens Gloria" Marsch, die Hymne von Preussen. Präsident Kennedy guckt erst ziemlich blöd verdutzt, trägt es aber jetzt mit Fassung. Er steht auf dem roten Teppich und tut so als ob nichts wäre. Jetzt wird die österreichische Hymne gespielt.

IWN: Ich Höre da von Ferne eine Art Rauschen.

WV: ja, das sind die Demonstranten draussen vor dem Flughafen. Als die österreichische Hymne gespielt wurde, sind sie in frenetischen Jubel ausgebrochen. So, nun wird Kennedy von Kaiser Franz Joseph dem Ersten begrüsst. Der Händedruck wirkt kühl und flüchtig, aber immerhin, sie geben sich die Hand. Die Kaiserin begrüsst Frirst Lady Jacqueline. Diese macht keinen Hofknicks, ebensowenig wie ihr Mann vorhin.

IWN: JFK ist ja auch König, Könige machen keine Knickse.

WV: Könige nicht und nicht mal Präsidenten. Aber Franz Joseph und seine Frau sind Kaiser, ich vermute mal, sie haben eine Geste in dieser Richtung erwartet. Jetzt begeben sich die Staatsoberhäupter und ihre Angetrauten zum Karossenkonvoi. Ich werde mich nun in die Pressekutsche begeben, die dem Staatskonvoi folgen darf.

IWN: Bis gleich!

Meine Damen und Herren, wie uns soeben gemeldet wurde, kam es unterdessen zu weiteren Unruhen in verschiedenen Wiener Bezirken. Auch wurde ein Mann festgenommen, der offenbar ein Attentat auf John F. Kennedy vorbereitet hat. Eher durch Zufall wurde er von einer Putzfrau entdeckt, wie er im sechsten Stock eines alten Lagerhauses unter einem Fenster mit einem Karabiner auf der Lauer lag. Vom Fenster aus kann man gut auf die Strasse herabblicken. Die Strasse ist Teil der Route des Staatskonvois. Näheres ist noch nicht bekannt.

Wir schalten nun wieder live zu unserem Korrespondenten Walther Vogelthau nach wien:

IWN: Herr Vogelthau, wo sind Sie jetzt?

WV: Ich sitze nun in der Pressekutsche, zusammen mit anderen ausgewählten Journalisten. Wir fahren hinter dem Landauer mit JFK's Zweitehegatten. An der Spitze fährt der Wagen mit dem Kaiserpaar so wie Kennedy und seiner Hauptfrau. Alle Wagen werden von Lippizanern aus den Kaiserlichen Hofstallungen gezogen. Wir werden von einem Dutzend Leibgardisten der Kaiserlichen Dragoner eskortiert. Am Strassenrand wachen zahlreiche Polizisten und Gendarmen. Hinter den Absperrungen stehen Wiener Bürger, sie jubeln nicht, aber sie protesteren auch nicht. Einige schwenken Fähnchen.

IWN: Dann stimmt das Gerücht um die "bezahlten Zuschauer" vielleicht doch?

WV: Das ist sehr schwer zu sagen. Oh, nun hat ein Junge die Absperrung durchbrochen und rennt zur Staatskarosse. Er übergibt Kennedy eine Rose. Die Gendarmen scheinen nicht verwundert, geschweige denn, dass sie grossartig reagieren. Also DAS war mit Sicherheit inszeniert.

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IWN: Hat sich Kennedy wenigstens über die Rose gefreut?

WV: Ja. So, nun scheint es aber aus mit der Ruhe zu sein, hinter den Zuschauern der ersten Reihe drängeln sich die ersten Demonstranten. Es werden Transparente mit "Fack Ju TSCHE-EFF-KEE!" hochgehalten, es erklingen Buh-Rufe und da - irgendein ein ranziges Gebäck fliegt in Richtung Staatskarosse, es klatscht auf die Kruppe eines der Zugpferde, dieses macht einen Sprung nach vorne, aber der Kutscher kann es durchparieren.

Nun wälzt sich ein ganzer Strom Demonstranten nach vorne, es kommt zun Prügeleien mit den am Strassnrand stehenden Menschen und der Polizei. Jesses! Jetzt eskaliert das ganze! Der Konvoi wird schneller, vermutlich will man diese Spiessrutenfahrt so schnell wie möglich hinter sich bringen. Ein Demonstrant...ein Demonstrant konnte die Absperrung durchbrechen und will einen blutigen Schweinskopf gegen die Staatskarosse werfen, aber ein Dragoner prescht vor und - AU! säbelt ihn nieder! Götter, was für ein fürchterlicher Anblick!
Jetzt sind wir um Galopp! Ob die Pferde durchgegangen sind, oder ob der Kaiser das veranlasst hat ist unklar, total jenseits des Protokolls ist sowas, aber das ist jetzt eh egal! Die Absperrungen werden niedergetrampelt, immer wieder versuchen einzelne, gewaltbereite Demonstranten die Staatskarosse anzugreifen und ja, auch der Kaiser wird Ziel von Angriffen. Es ist wie die Kollegin Uacalxochitl Malintzin Xochiyohua Chicomecoatl neulich sagte: "Was als Protest gegen den Staatsbesuch eines amerikanensischen Präsidenten begann, entwickelt sich zu einem Protest der sozialen Unterschicht gegen Benachteiligung und Bevormundung."

Das hat in der Tat nichts mehr mit Kritik an einem Staatsbesuch zu tun, hier macht sich eine ganz elementare Wut Luft, ein Aufstand ist das, eine ausgewachsene Revolte!

JFK hat nun gerade einen Angreifer mit einem Fausthieb abgewehrt, der Mann knallte auf den Boden und wurde von einem der Dragoner zertrampelt, die First Lady benutzt ihre Handtasche als Waffe. Wir jagen nun im gestreckten Galopp durch die Strassen. Ich bin schon völlig eingesaut von dem ganzen faulen Obst, mit dem auch wir hagelartig beworfen werden. Der französische Kollege wurde von einem halben Kürbis am Kopf getroffen und liegt bewusstlos im Wagen. Die steamische Kollegin versucht ihn wiederzubeleben.

Nun hören wir von Ferne Trompeten-Signale und ohrenbetäubendes Getrappel. ja, ein ganzes Regiment Dragoner prescht uns entgegen, das war zu erwarten, dass das Militär eingreift. Die Soldaten überreiten die Demonstranten, hauen und stechen mit ihren Säbeln wahllos ein und zu. Mann, ist das brutal!
Shit, ich wollte eigentlich nie Kriegskorrespondent werden, aber das hier ist...Immerhin, die Strassen leeren sich, unser Konvoi rast weiter, gleich kommen wir in die Bannmeile rund um das Hotel. Und jetzt sind wir durch die Absperrungen, die sich hinter uns schliessen, die Wagen halten an. Herbeigerufene Ärzte rennen auf die Staatskarosse zu, wobei ich nicht glaube, dass einer der Staatsoberhäupter oder deren Gattinnen verletzt ist.

Wir werden nun ins Hotel eskortiert und hier muss ich die Übertragung auch abbrechen.

IWN: Herr Vogelthau, wir bedanken uns für Ihren hautnahen Bericht dieser wohl dramatischsten Fahrt in der Geschichte der Staatskonvois. Geniessen Sie die Hoteldusche!

Meine Damen und Herren! das war live aus Wien. Morgen stehen die Gespräche zwischen Kaiser Franz Joseph und Präsident Kennedy auf der Tagesordnung, ebenso ein Besuch von Kaiserin Constanze Elisabeth und Lady Jacqueline im Nordeuropakriegsmuseum. Der IWN wird berichten.


07. Juni 1801 Gespräche zwischen Kaiser Franz Joseph dem Ersten und Präsident John F. KennedyBearbeiten

Meine Damen und Herren, willkommen zu einer weiteren Sondersendung anlässlich des Staatsbesuchs John F. Kennedys, Präsident von Amerikanien in der österreichischen Hauptstadt Wien. Nachdem es gestern zu massiven Ausschreitungen kam und die Fahrt der Staatsoberhäupter vom Flughafen ins Hotel zur wahren Horror-Tour wurde, griff schliesslich das Militär ein. Zwei Dragoner-Regimenter lösten die in Gewalt eskalierte Demonstration auf. Gegen Abend kam auch die Artillerie zum Einsatz und beschoss Viertel in denen man besonders viele Aufständische vermutete. Dieser Einsatz, der auch zahlreichen, unbeteiligten Zivilisten das Leben gekostet hat wurde mittlerweile international kritisiert. Insbesondere der IKMK hat scharf protestiert und eine Sondersitzung im Völkerbund gefordert, wo über Sanktionen gegen Österreich beraten werden soll.

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John F. Kennedy (links) und Kaiser Franz Joseph der Erste (rechts). Offizielle Daguerrotypie, vor dem Beginn der Gespräche

Mit Spannung erwartet die Öffentlichkeit daher eine Antwort auf die Frage, ob und in welchem Umfang JFK das Thema bei seinen Gesprächen mit dem Kaiser ansprechen wird. Zur Stunde dauern diese Gespräche noch an. Nach den Gesprächen will Kennedy in einer Pressekonferenz über den Inhalt und die Ergebnisse seiner Gespräche informieren. Wir schalten einstweilen wieder live zu unserem Europakorrespondenten Walther Vogelthau der mit seinen Kollegen vor den Toren des Kaiserpalastes wartet.

IWN: Her Vogelthau, sind die Gespräche noch im Gange?

WV: Ja. Der Kaiser und der König-Präsident sind seit ca 2 Stunden dabei, miteinander zu reden.

IWN: Was denken Sie, wird JFK die Unruhen ansprechen und wird er dabei die österreichiche Behörden, speziell sogar den Kaiser, kritisieren?

WV: Also thematisieren wird er das Ganze mit Sicherheit, er hatte das ja auch schon angekündigt, kurz nach dem die ersten Unruhen ausgebrochen sind. Ob und wie scharf er letzten Endes die Regierung, speziell den Kaiser kritisieren wird, ist natürlich offen. Loben wird er ihn wohl kaum, aber er muss natürlich aufpassen, dass das österreichische Staatsoberhaupt nicht gleich abblockt. Kritik in der Sache dürfte als Einmischung in innere Angelegenheiten aufgefasst werden. An einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen ist JFK aber nicht nteressiert. Für ihn also ein Balanceakt zwischen Offenheit und Diplomatie.

IWN: Was glauben Sie, wie steht der Kaiser zu dieser ganzen Tragödie?

WV: Für den ist das Ganze noch ungleich diffiziler. Er muss einerseits auf das Volksempfinden Rücksicht nehmen, aber auch auf seinen Ruf in der internationalen Öffentlichkeit.

IWN: Hat der Kaiser das Ausmass der Proteste unterschätzt?

WV: Mit Sicherheit. Ihm war ganz offensichtlich nicht bewusst dass das, was zunächst nur wie ein Ausbruch anti-amerikanensischer Befindlichkeiten aussah, nur die Spitze eines viel grösseren Eisberges an Unzufriedenheit war. Die Amerikanienskeptische Haltung teilt er ja - darum war dieses Treffen auch ein so aussergewöhnliches Ereignis. Und darum hat er die anti-Kennedy Demonstrationen zu Beginn auch nur sehr zögerlich bekämpfen lassen. Erst als klar wurde, dass sich die Unruhen auch gegen ihn und seine Herrschaft richteten, griff er mit voller Härte durch - nicht wenige sagen: mit zu grosser Härte.

Die PressekonferenzBearbeiten

Meine Damen und Herren, soeben verlassen John F. Kennedy und Kaiser Franz Joseph den Palast. John F. Kennedy wird nun eine Pressekonferenz abhalten, wir schalten live nach Wien.


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JFK und der Kaiser nach den gemeinsamen Gesprächen

Meine Damen und Herren, liebe MitbürgerInnen zu Hause und in aller Welt,

Zunächst möchte ich meinen Dank an seine kaiserliche Hoheit, Franz Joseph dem Ersten richten, dafür, dass er dieses Treffen und das heutige Gespräch möglich gemacht hat. Wir alle hätten uns die Begleitumstände natürlich anders gewünscht, als sie es nun tatsächlich waren.
Ich habe dem Kaiser gegenüber meine Soge zum Ausdruck gebnracht, dass die Gewalt eskalieren könnte und bei der - notwendigen - Eindämmung derselben die Menschenrechte teilweise nicht mehr gewährleistet sind. Bei aller Konsequenz, mit der Aufrührer und Umststürzler im Zaum gehalten werden müssen, sollte nie vergessen werden, dass auch viele Unbeteiligte und Unschuldige ins Fadenkreuz geraten. Seine Kaiserliche Hoheit hat mir versichert, dass er sich dessen bewusst ist und alles in seiner Macht stehende tun wird, Gewalt zu minimieren und Kolateralschäden zu vermeiden.

Heute vor genau 27 Jahren landeten die amerikanensischen Truppen an der französischen Westküste. Was als sogenannter D-Day in die Geschichte einging markierte den Wendepunkt und den Anfang vom Ende des Nordeuropakrieges. Wir gedenken heute diesem historischen Ereignis in Ehrfurcht vor den Opfern und in der festen Hofnung auf eine bessere Zukunft.

Bei unseren Gesprächen einigten der Kaiser und ich uns darauf, ab jetzt regelmässige amerikanensisch-österreichische Konsultationen abzuhalten. Bei den Themen Zollerleichterungen bestehen nach wievor unterschiedliche Ansichten, beide Seien sind jedoch gewillt, diese Differenzen beizulegen. Auch wurde vereinbart, gegen Ende des jahres bilaterale Wirtschafsgespräche anzusetzen, auf denen eine bessere, wirtschaftliche Zusammenarbeit besprochen werden kann.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit


John F. Kennedy


IWN: Herr Vogelthau, Soben hat der amerikanensische Präsident seine Pressekonferenz beendet. Wie ist Ihre Einschätzung?

WV: Ich...muss gestehen, ich habe JFK selten so schleimig... sagen wir mal... vorsichtig erlebt. Was wir hier gehört haben, ist eine Rede, so glitschig wie Schmierseife und so substanziell wie 3 Gramm Puffreis. Das mit den regelmässigen Konsultationen ist noch das greifbarste Ergebnis, alles andere sind hohle Phrasen, sorry, wenn ich das jetzt mal so deutlich formuliere. Mein Eindruck ist der, dass Kennedy in dieser hochbrisanten Lage keinerlei Risiko eingehen will und möglichst das Schaffen jeglicher Angriffsfläche vermeidet. Ich kann das irgendwo auch verstehen. Die Situation ist brandgefährlich und das letzte was Kennedy will, ist dass sich die Konflikte ausweiten.

IWN: A propos ausweiten: Vor wenigen Minuten haben wir die Meldung erhalten, dass es auch in Amerikanien zu Protesten gekommen ist, dort sollen Wiener Spezialitätenläden überfallen und verwüstet worden sein. In Old York haben ein knappes Dutzend Anti-österreichische Demonstranten eine Franz Joseph Puppe verbrannt. Was halten Sie davon?

WV: Gequirlte Scheisse Menschliche Dummheit, was sonst. Das ganze heizt sich auf wie ein überhitzter Dampfgenerator. Also ich kann JFK wirklich verstehen, wenn er hier verbal auf rohen Eiern balanciert. Auch wenn ich ihn persönlich als angriffslustigen Klarttextsprecher besser mag.

IWN: Wie geht es denn nun mit dem heutigen Protokoll weiter?

WV: Man bemüht sich natürlich betont um Normalität und das bedeutet, dass das Protokoll peinlichst genau eingehalten und abgespult wird. Der Kaiser wird nun seinem Gast die Kaiserlichen Stallungen zeigen und ihm anschliessend einen Lipizzaner-Hengst schenken. Danach fahren duie beiden aufs Land zu einer Jagdpartie. Die Damen, das Heisst Kaiserin Elisabeth und First Lady Jacqueline, so wie die beiden Nebenfrauen von JFK, werden zunächst eine berühmte, wiener Modewerkstatt besuchen und danach das im Zentrum von Wien gelegene, vor kurzem eröffnete Nordeuropakriegsmuseum. Danach treffen sich alle im Wiener Stadtschloss zum Abendessen.

IWN: Und was ist für Kennedys Ehemann Theo vorgesehen?

WV: Ach ja, das ist auch noch eine Neben-Annekdote, die in ganzen Unruhen nachrichtentechnisch komplett untergegangen ist. Es gab um Theo im Vorfeld ja regelrecht Streit, schon beinahe einen Eklat. In Österreich sind gleichgeschlechtliche / bisexuelle Ehen nicht erlaubt und gelten als Entgleisung. Dass John F. Kennedy seinen Mann überhaupt mitnahm, hat man daher regelrecht als Provokation empfunden. Jedenfalls weigerten sich die mit der Erstellung des Protolls beauftragen Hofbeamten, Theo ins Tagesprogramm der Damen einzugliedern. Auf Eingreifen des Kaisers hin wird er nun zusammen mit ihm und JFK aus Land fahren, dort allerdings nicht an der Jagd teilnehmen. Der Verwalter des Landsitzes wird ihm stattdessen die alte und durchaus sehenswerte Bücherei zeigen.

IWN: Herr Vogelthau, wir bedanken uns für Ihre Berichterstattung.

Geiselnahme Bearbeiten

Sehr geehrte Damen und Herren, ich darf sie herzlich zu einer Sondersendung anlässlich des Staatsbesuchs John F. Kennedys, Präsident von Amerikanien in der österreichischen Hauptstadt Wien, wo ihn Kürze das Festessen … Ich erfahre gerade von der Regie, dass es im Nordeuropakriegsmuseum anscheinend zu einer Geiselnahme gekommen. Noch ist unbekannt wer der Täter ist und wer davon betroffen ist. Wir schalten zu unserem Europakorrespondenten Walther Vogelthau, welcher sich vor dem Nordeuropakriegsmuseum befindet.

IWN: Herr Vogelthau, wie mir die Regie mitteilte, findet im Nordeuropakriegsmuseum eine Geiselnahme statt. Wissen Sie mehr?

WV: Ja, bei den Geiseln handelt es sich um die Ehefrauen des amerikanensischen Präsidenten John F. Kennedy, die österreichische Kaiser Constanze Elisabeth, zwei Soldaten und eine Reinigungskraft.

IWN: Wie konnte es dazu kommen? Zahlreiche Soldaten sollten für die Sicherheit der Staatsgäste sorgen.

WV: Wie es zur Geiselnahme kam, ist noch unklar. Es könnte sein, dass sich die Täter als Reinigungskräfte ausgaben und deshalb so nah an den hohen Besuch herankamen. Doch näheres weiß man nicht, auch die Gerüchte, dass es sich bei dem Geiselnehmer um einen Soldaten handelt, konnten nicht widerlegt werden.

IWN: Sie sprachen von Tätern, Herr Vogelthau. Ist bekannt wie viele es sind und um wem sich dabei handelt?

WV: Es sind zwei Geiselnehmer, ob es im Hintergrund Drahtzieher gibt, welche nicht in Erscheinung treten, ist nicht bekannt, wird jedoch angenommen.

IWN: Welche Forderungen stellen die Geiselnehmer?

WV: Sie fordern, dass Kaiser Franz Josef der Dri… äh… Erste abdankt und Österreich zu einer Republik wird. Auch wollen sie einen Fluchtwagen und eine Million aztekische Pfund oder zwei Millionen amerikanensische Gulden.

IWN: Ist schon bekannt, ob Kaiser Franz Josef der Erste und John F. Kennedy von der Geiselnahme wissen.

WV: Vermutlich nicht, laut unbestätigten Angaben, sollen die beiden noch nicht von der Jagd zurückgekehrt sein. Auf jeden Fall reagierte keiner der beiden auf die Geiselnahme, was darauf hinweist, dass sie es nicht wissen.

IWN: Wie wahrscheinlich ist es, dass man auf die Bedingungen der Geiselnehmer eingeht?

WV: Schwer zu sagen. Es dürfte kein Problem sein das Geld aufzutreiben, vielleicht akzeptieren die Täter auch österreichische Schilling, was die Sache erleichtern würde. Doch auch wenn auf amerikanensische Gulden oder aztekische Zinn bestanden wird, sollte dieser Punkt keine Probleme bereiten. Auch der Fluchtwagen sollte leicht zu beschaffen sein, ob man ihn liefert und den Tätern eine Möglichkeit zur Flucht gibt ist schwer einzuschätzen. Die Abdankung Kaiser Franz Josefs ist sehr unwahrscheinlich, jedoch möglich da der Kaiser fast 90 Jahre alt und unter Umständen das Regieren leid ist. Ob sich die Geiselnehmer in ihren Forderungen flexibel zeigen, ist nicht zu sagen.

IWN: Warum wird das Museum nicht gestürmt und die Geiselnehmer überwältigt. Es sollen ja zahlreiche Soldaten das Gebäude umkreist haben.

WV: Noch wurde die Möglichkeit der Gebäudestürmung nicht verworfen, doch da man wenig über die Täter weiß und noch keinen Befehl von Kaiser Franz Josef erhalten hat, möchte man warten. Auch spricht die Bewaffnung der Geiselnehmer, laut Gerüchten ein Sprenggürtel mit Kohlenstoffpersulfid als Zünder, gegen ein Stürmen des Gebäudes.

IWN: Herr Vogelthau wir danken für Ihre Berichterstattung. Meine Damen und Herren, sobald es mir Informationen gibt, werden wir wieder Kontakt zu Walter Vogelthau aufnehmen.


08. Juni 1801 Geiselnahme im Nordeuropakriegsmuseum Bearbeiten

Meine Damen und Herren, willkommen zu einer Sondersendung anlässlich der Geiselnahme der Ehefrauen des Präsidenten Kennedys und er österreichischen Kaiserin in der österreichischen Hauptstadt Wien. Zwei Täter brachten die Frauen gestern Abend in ihrer Gewalt. Wir schalten nun zu Herr Vogelthau, welcher vor dem Nordeuropakriegsmuseum, in dem sich die Täter verschanzt haben, steht.

IWN: Herr Vogelthau, wie geht es den Geiseln?

WV: Es geht ihnen gut. Aufgrund der erhöhten Militärpräsenz, besser gesagt, auf Grund der halben Armee, die vor dem Museum steht, wagen es die Täter nicht ihre Opfer schlecht zu behandeln, da das ernsthafte Konsequenzen hätte. Laut Augenzeugenberichten sollen sich die Opfer jedoch langweilen.

IWN: Die Geiseln sind wohl auf, wie geht es den Geiselnehmern?

WV: Es geht ihnen eindeutig schlechter, als den Geiseln. Sie dürften die Situation vollkommen unterschätzt haben. Einer der Geiselnehmer hüpft seit circa einer Stunde von einem Bein auf das andere. Anscheinend drückt seine Blase. Sein Partner wirkt nervös und schwitzt wie ein Schwein.

IWN: Ist etwas über die Geiselnehmer oder ihre Waffen bekannt?

WV: Angeblichen Berichten zu folge, soll es sich bei den Tätern um ein Einwohner Terra malignas handeln, doch so dilettantisch, wie sie sich seit Anfang der Geiselnahme benehmen, wird stark daran gezweifelt. Wahrscheinlich kommen die Täter aus einem Wiener Vorort und wurden rekrutiert. Bei den Waffen handelt es sich um Sprengstoffgürtel. Ein Täter besitzt auch etwas Kohlenstoffpersulfid. Wozu er es bei sich trägt und woher er es hat, ist unbekannt.

IWN: Nun dauert die Geiselnahme schon mehrer Stunden. Wissen Präsident Kennedy und Kaiser Franz Josef bescheit?

WV: Ja, nachdem sie von der Jagd zurückkehrten wurde es ihnen mitgeteilt. Laut Augenzeugen soll der Kaiser sehr ungehalten reagiert und sich eines Vokabulars bedient haben, welches man nicht oft von einem Kaiser hört. Momentan befinden sich die Staatsoberhäupter im Museum und diskutieren über die Vorgehensweise. Erstaunlicherweise sind sich die beiden sogar in einem Punkt einig, man soll den Abschaum aus dem Weg räumen. Ich entschuldige mich für die harten Worte, doch dank dieser unfähigen Idioten, welche die Geiseln kaum unter Kontrolle haben und den faulen Arbeitslosen, welche rebellieren, habe ich die letzten Nächte kaum geschlafen, wurde mit Obst beworfen und von einem Polizisten bespuckt. Und es gibt Menschen, die Behaupten Österreichs sei Land, wo sanfter Tourismus möglich sei, Lüge. Und dann dieses-

IWN: Herr Vogelthau, Herr Vogelthau, wir können verstehen, dass es eine anstrengende Woche war. Wie laufen die Verhandlungen zwischen den Tätern und den Staatsoberhäuptern?

WV: Schleppend, die Verhandlungen gehen nur schleppend voran. Erst nach zwei Stunden hörte Kaiser Franz Josef auf die Geiselnehmer zu beschimpfen. Anfangs wollten die Geiselnehmer nicht verhandeln, doch ein Angebot des Präsidenten stellt für sie eine alternative dar, über welche sie nachdenken müssen. Kennedy bietet eine Milliarde Gulden, jedoch keinen Fluchtwagen und Kaiser Franz Josef muss nicht abdanken. Das die Täter über diesen Vorschlag nachdenken, der sie direkt zum Erschießungskommando bringen wird, zeigt die Fähigkeiten der Täter. Vor etwa einer Stunde sind die Verhandlungen zum Erliegen gekommen, als ein Täter begann von einem Bein auf das andere zu hüpfen. Der zweite Geiselnehmer hat Mühe die Frauen unter Kontrolle zu halten und kann auch nicht verhandeln.

IWN: Herr Vogelthau wir danken für ihre Berichterstattung. Durch die Geiselnahme geriet auch das Nordeuropakriegsmuseum in den Fokus des Interesses und sorgte für internationales Staunen und Entsetzten. Der Verlauf des Nordeuropakrieges sei falsch dargestellt und diene der österreichischen Propaganda, so ein Historiker. Meine Damen und Herren, wir melden uns morgen wieder mit mehr Informationen.




09. Juni 1801 Zweiter Tag im Wiener GeiseldramaBearbeiten

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Ubser Korrespondent vor Ort: Walther Vogelthau

Meine Damen und Herren, willkommen zu einer weiteren Sondersendung zum Wiener Geiseldrama.
Noch immer halten zwei schwer bewaffnete Geiselnehmer die Ehefrauen des amerikanensischen Präsidenten John F. Kennedy, so wie Kaiserin Constanze Elisabeth im Nordeuropamuseum gefangen. Das Gebäude ist vom Militär umstellt.
Die Täter hatten in der Nacht ihre Forderungen erhöht und zwar darauf, dass jemand den Schlüssel zur Museums-Toilette, welche offenbar zugesperrt ist, überbringe. Diese Forderung löste zwischen den beiden Staatsoberhäuptern eine schwerwiegende Grundsatzdebatte über das weitere Vorgehen aus: So schlug JFK dem Verlautbaren nach vor, dass ein Angehöriger eines Sonderkommandos diesen Schlüssel überbringen und damit einhergehend, einen Befreiungsversuch starten soll. Der Kaiser lehnt dies jedoch kategorisch ab. Er verweist zum einen darauf, dass ein ausreichend für solche Einsätze trainiertes Kommando fehle und vorallem darauf, dass das Museumsgebäude welches erst kürzlich fertigestellt wurde und 3 Millionen Schilling gekostet hat, beschädigt werden könnte.

So gegen 6 Uhr Morgens gaben die Geiselnehmer bekannt, dass sie diese Forderung wieder zurücknehmen da, so wörtlich, "Die Sache eh in die Hose gegangen" sei.
Zugleich bekundeteten sie, nun ausreichreichend über Kennedys Vorschlag, 1 Milliarde Gulden aber kein Abdanken des Kaisers und kein Fluchtwagen, nachgedacht zu haben. Sie lehnten ab weil, so wörtlich, "Fluchtwagen muss schon sein, wir haben die 1,20 Schilling für den Bus nicht parat und der Fahrer wechselt sicher keinen Ein-Milliarde-Schein". Sie haben aber nun im Gegenzug den Vorschlag gemacht: Eine Milliarde Gulden, eine Milliarde aztekische Zinn, Fluchtwagen und die CD-Kiste aus Steamien, dafür muss der Kaiser nicht abdanken.

Wir schalten nun wieder live zu unserem Korrespondenten Walther Vogelthau.

IWN: Herr Vogelthau, was gibts neues?

WV: Im Moment nicht viel. Wir stehen hier rum, frieren und warten. Die Soldaten tauschen Pokémon-Karten, lesen Pornos oder reichen den Flachmann herum.

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John F. Kenndy und der Kaiser beraten die weitere Vorgehensweise

.

IWN: Es wird ja viel über die Identität der Täter spekuliert: Zwei Versionen kursieren: Maligneser auf "Auslandsreise" oder Anhänger der "Rächer", einer gewaltbereite Splittergruppe des IKMK. Was ist Ihre Einchätzung?

WV: Das mit den Malignesern würde ich mit annähernder Sicherheit ausschliessen, dafür ist die Vorgehensweise definitiv zu dilettantisch. An einer den "Rächern" zummindest nahesteghende Gruppe könnte schon eher was dran sein, dafür spricht der Mix aus Geld- und politischer Forderung. Aber vielleicht, entschuldigen Sie meine Wortwahl, sind es auch einfach nur zwei ohne Ende dämliche, beknackte Vollidioten, die sich wichtig machen wollten.

IWN: Wie geht es den Geiseln?

WV: Ich glaube, immer noch gut. Man kann das ja alles nur durchs Fenster beobachten. Eine Zeitlang sah es so aus, als stritten sich die Kaiserin und die First Lady über den Inhalt einiger Austellungsobjekte.

IWN: Ja, das wollte ich gerade ansprechen: Es wird mittlerweile gemunkelt, dass die Ausstellung in diesem Museum eine krasse Geschichtsfälschung darstelle und den Krieg einseitig zu Gunsten Österreichs geradezu verherrlicht. In Amerikanien gab es deswegen schon die ersten Proteste.

WV: Ja, das ist das Problem in diesen Tagen, irgendjwo gibt es immer irgendwelche Proteste gegen irgendeine Scheisse. Sorry, ich bin mittlerweile sehr müde. Wie gesagt, ist der nun neu aufschwelende Streit über Form und Inhalt dieser Kriegsausstellung nicht gerade Hilfreich in der aktuellen Situation, das kann man sich ja denken.

IWN: Eine weitere Frage, Gibt es schon Anhaltspunkte, woher die Täter den Feurschwefel herhaben?

WV: Nein, da tappt man völlig im Dunkeln.

IWN: Befürchtet man eigentlich, dass je länger sich die Geiselnahme hinzieht, die Frauen das Stockholm-Syndrom entwickeln könnten, will heissen, sie solidarisieren sich mit den Tätern?

WV: Um angesichts eines schwitzenden, bierbäuchigen Wuchthockers mit ranziger Halbglatze und eines in nassen, stinkenden Hosen herumzappelnden, dummschwätzenden, hyperventilierenden Hypochonders ein Stockholm-Syndrom zu entwickeln, muss man glaube ich, doch noch etwas länger in Geiselhaft sein, als nur zwei Tage.

IWN: Herr Vogelthau, wir bedanken uns für das Gespräch

Meine Damen und Herren, soweit der aktuelle Stand im Geiseldrama von Wien. Wir berichten wieder, sobald es neues gibt.

10 Juni 1801 - Dritter Tag im Wiener GeiseldramaBearbeiten

Drei Tage sind es nun, meine Damen und Herren, in denen sich die Ehefrauen von Präsident John F. Kennedy und die Kaiserin Constanze Elisabeth in der Gewalt von zwei Geiselnehmern sind, die sich mit ihren Opfern im Nordeuropakrieg-Museum verbarrikadiert halten. Alle Verhandlungen blieben bislang erfolglos. Die neuerliche Forderung der Täter, die CD-Kiste die an den Strand von Steamien gespült wurde, kann nicht erfüllt werden, da laut den Steamischen Behorden der Inhalt bereits teilweise beim Versuch ihn zu alalysieren, zerstört wurde.
Kaiser Franz Joseph I. und JFK sind sich weiterhin uneinig, wie dieser Krise beizukommen ist. Kennedy drängt auf ein gewaltsames Erstürmen des Gebäudes, der Kaiser will abwarten. Wir schalten nun wieder live zu unserem Korrespondenten walther Vogelthau nach Wien.

IWN: Herr Vogelthau, wie ist die aktuelle Lage?

WV: Nachdem es die ganze Nacht über relativ ruhig war und es auch heute Morgen zu keinen nennenswerten Entwicklungen kam, scheint nunmehr Bewegung innerhalb des Gebäudes zu sein. Ich kann von hier aus gut durch das grosse Fenster in den Raum blicken, wo die Geiseln und die Täter sich aufhalten. Die First Lady und Grosfürstin Anastasia reden ziemlich freundlich mit dem Haupttäter - der, der den Feuerschwefel-Sprengstoffgürtel anhat. D. Kennedy verprügelt derweil den Kaffeeautomaten, weil der das Geldstück schluckte, aber keinen Kaffee hergab.

IWN: Und was macht die Kaiserin?

WV: Die sitzt neben dem Kafffeeautomaten starr wie eine der Ausstellungspuppen und schweigt. Neben ihr steht der hagere Geiselnehmer mit der Magnum44 und müsste offenbar schon wieder aufs Klo.

IWN: Da drinnen riecht es wohl sicher nicht mehr allzugut. Es wird Aufgabe der ermittler sein, nach Beendigung dieses Geiseldramas heauszufunden warum die Toilette verschlossen war.

WV: ganz richtig. Oh, nun hat es D. Kennedy mit einem ordentlichen Tritt geschafft, dem Kaffeeautomaten einen Becher zu entlocken. Das Ding füllt sich mit der braunen Brühe. Sie nimmt den Becher und bringt ihn...hm...mit einem sehr charmanten Lächeln dem Haupttäter. Jacqueline un Anastasia lächeln ihn ebenfalls an, während er trinkt.

IWN: Herr Vogelthau, was ist von dieser Szene zu halten? Ob sich nun doch so langsam das Stockholm-Syndrom einstellt?

WV: Schwer zu sagen. Jedenfalls ist diese betonte Freundlichkeit der Opfer schon seltsam. All die Zeit davor haben sie ihren Peinigern stets die kalte schulter gezeigt. Oh!

IWN: was ist? was sehen Sie?

WV: Die First Lady hat ihren Rock hochgehoben und zeigt dem Geiselnehmer kokett ihre seidenen Strümpfe und das Strumpfband.

IWN: Bitte?! Sind Sie sicher.

WV: Aber absolut, ich weiss wie sich das anhört, aber so ist es. Dem Geiselnehmer fallen fast die Augen aus dem speckigen Gesicht. Ich fürchte, das IST das Stockholm-Syndrom... der arme John F. Kennedy.

IWN: Und wohl auch "arme Jacqueline" wenn das vorbei ist. Die letzte Präsidentenfrau, die ihrem Gatten untreu wurde war Mrs. Nixon und jedes Schulkind weiss, was aus ihr geworden ist.

WV: Wobei ich jetzt eher nicht denke, dass JFK der Typ ist, der seine Frauen enthaupten lässt. Nun, so unfassbar es klingen mag, aber ich sehe gerade, dass sich Anastasia ebenfalls entblösst, sie öffnet ihr Kleid und man kann ihr tief ins blanke Dekolltee sehen. Der Geiselnehmer steht jetzt auf der will seine Hose öffnen, aber der Feuerschwefel-Gürtel behindert ihn. Lasziv lächelnd fordert die First Lady ihn mit Handbewegungen auf, den Gürtel doch abzulegen, der macht das auch...Moooment mal!

IWN: Sie Meinen da...

WV: Ruhig jetzt! Der Geiselnehmer hat den Gürtel tatsächlich abgelegt und geht auf die Frauen zu aber da, Die Kaiserin! Die ist plötzlich aus ihrer Starre erwacht und ja! Das gibts doch nicht! Sie hat von hinten dem zweiten Geiselnehmer, der auch wie gebannt auf die, ich nenne es mal "Strip-Show" gegafft hat, das Gemälde, das hinter ihr an der Wand hing gepackt und es dem Kerl krachend über die Birne gezogen! Jetzt gibt sie ihm noch einen Tritt und...Da! Die First Lady tritt dem Hauptttäter zwischen die Beine, der krümmt sich, lässt die Magnum fallen! Anastasia kickt die waffe weg, hat sich den Papierkorb gepackt und stülpt das Ding dem Kerl über den Kopf. D. Kennedy prügelt inzwischen mit wachsender Begeisterung auf den am Boden liegenden Hageren ein, unter dem sich eine grösser werdende Urinlache bildet.
Sensationell was da abgeht, meine Damen und Herren! Unglaublich! Von wegen Stockholm-Syndrom, die Damen haben den Geiselnehmern eine Falle gestellt. Jetzt reisst Jacqueline das Fenster auf und schreit nach draussen "Ihr könnt kommen, wir haben alles unter Kontrolle"! Ja, Wahnsinn! einfach der helle Wahnsinn! das Militär erwacht aus seiner Starre, Soldaten springen auf, packen ihre Waffen, erstürmen das Gebäude. Das Tor zum Museum öffnet sich, der Haupttäter kommt mit erhobenen Händen heraus, gemartert von wiederholten Hieben durch den Schirm der Kaiserin. Nun folgen die anderen Damen, sie ziehen den Hageren an den Füssen heraus, der Mann ist kaum noch bei Bewusstsein. Drei Dutzend Gendarmen stürzen sich auf die Täter und legen sie in schwere Ketten. Unter Tritten und Stockhieben werden sie zum Gefangenenwagen transportiert und unsanft hineinbefördert. Die Fuhrpeitsche knallt und los gehts!
Vor mir steht der Einsatzleiter, Kommandant Heiner Wastl, ich versuche mal ihn vors Mikro zu bekommen.

Schirm.jpg

Die Kaiserin und ihr Peiniger


WV: Komandant Wastl, bitte ein paar Worte für unsere Zuschauer und Hörer! Dieses Drama ist ja nun götterseidank gut ausgegangen. Was war Ihrer Meinung nach der Grund für das Happy End?

Kommandant Wastl: Na ganz klar: Die Entschlossenheit meiner Männer!

WV: Und die Damen?

'Kommandant Wastl: Denen geht es gut und das, ich wiederhole mich gerne, dank der Entschlossenheit, dem Mut und der beispiellosen Genialität meines Einsatzplanes.

WV: Sie meinen, die Idee mit dem gefakten Stockholm-Syndrom war von Ihnen?

'Kommandant Wastl: Stockholmwas? Wir sind hier in Wien. Und natürlich war alles meine Idee.

WV: Wie konnten Sie sich denn mit den Damen absprechen? Soweit ich weiss, konnte nie Kontakt zu den Geiseln hergestellt werden.

'Kommandant Wastl: Wieso sollten wir mit den Damen gesprochen haben?

WV: Nun, Sie sagten doch...Ach, vergessen Sie's! Regie! Zurück ins Studio! Vollidiot!

Meine Damen und Herren, sowiel zum unerwarteten und zum Glück guten Ende des Wiener Geiseldramas. Wir halten ie über alle weiteren Entwicklungen antürlich auf dem Laufenden.


11. Juni 1801 Bearbeiten

Meine Damen und Herren, die Kämpfen in Wien haben aufgehört. Aufstände, welche zahlreiche Menschen forderten, brandeten zeitgleich zum Staatsbesuch des amerikanensischen Staatsoberhauptes. Wir schalten nun zu Walther Vogelthau nach Wien.

IWN: Wie ist die Lage in Wien?

WV: Angespannt, die Kämpfe sind zwar vorbei, jedoch existieren ihre Auslöser noch. Der Kaiser versprach keine Reformen oder andere Zugeständnisse. Die Arbeitslosen und Einwanderer werden weiter arm bleiben. Auch wenn es zynisch klingen mag, da bei den Straßenschlachten viele Häuser beschädigt wurden und Menschen gestorben sind, gibt es neue Arbeitsplätze und weniger Arbeitslose.

IWN: Herr Vogelthau, die Kämpfe sind vorbei, was ist von ihnen geblieben.

WV: Zerstörung ist geblieben. Die österreichische Armee setzte Artillerie zur Niederschlagung der Aufstände ein. Es gibt kaum Haus in Josefstadt oder Brigittenau, welches nicht beschädigt ist. Wie hoch die Kosten der Instandsetzung sein werden ist unklar.

IWN: Wer wird die Kosten der Instandsetzung tragen?

WV: Vermutlich die Hausbesitzer, ob diese die Kosten an den Mieter weiter geben werden, ist unklar, jedoch wahrscheinlich. Diese konnten sich schon vor den Kämpfen die Mieten nicht leisten und jetzt werden sie es auch nicht können. Es ist Zeit für eine Reform, oder besser für mehrere.

IWN: Wie geht es den Leuten in den betroffenen Stadtteilen?

WV: Schlecht, fast jeder hat jemanden verloren, einen Verwandten, einen Freund oder einen Bekannten. Bei den Kämpfen starben über 7000 Menschen. Da sich viele Familien kein Begräbnis leisten können, werden die Verstorbenen meist in eine Grube geworfen, ohne teuere Zeremonie.

IWN: Danke für das Gespräch, Herr Vogelthau.

In Österreich ist es ruhig geworden. Es stellt sich nur die Frage, wie lange es ruhig bleiben wird. Wir halten Sie auf dem Laufenden - wie immer! Ihr IWN.

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