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Gründungsparteitag der SPD

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Die Delegierten verschiedener sozialdemokratischer Vereine und Gruppen Haben ihre Plätze eingenommen. Ganz Links sitzen Radikale, einige haben Cuba Flaggen dabei, viele rote Flaggen. Ganz Rechts sitzen die Gemäßigten, die ein Deutschland nach dem Vorbild Amerikaniens wollen. Viele von ihnen tragen Amerikanische Flaggen. In der Mitte sitzen Demokraten, deren Ziel eine parlamentarische Demokratie ist. Sie tragen Deutschland Flaggen, manche mit der weißen Aufschrift SPD im roten Streifen. Friedrich Ebert, der letzte Parteichef der SPD vor dem Krieg, bevor sie von Kaiser Wilhelm dem Zweiten verboten wurden, betritt die Bühne.

Friedrich Ebert (65, Parteichef): Liebe Genossen und Genossin. Wir schreiben nun das Jahr 1786. Die Tyrannei des Kaisers ist vorbei, der Krieg ist vorbei und auch die Bevormundung durch Amerikanien. Deutschland ist nun bereit selbst zu bestimmen wohin es gehen soll. Und wir, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, werden daran teilhaben. Allgemeiner Applaus und Jubel Wir werden ein Deutschland formen, in dem jeder gut Leben kann. Obwohl Deutschland von den Siegermächten zerstückelt wurde und die vielen Kleinstaaten immer weiter auseinander Triften, wird doch eines Tages zusammen wachsen was zusammen gehört. Wir, die SPD, werden dazu beitragen. Heute werden wir einen Bundesverband gründen, ein Programm ausarbeiten und eine neue Parteiführung wählen. Dann werden wir versuchen in den einzelnen deutschen Ländern versuchen Einfluss zu erreichen um auf die deutsche Einheit und die Erfüllung unseres Programm zu hinzu wirken. Kommen wir nun zur Diskussion über ein Programm. Es wurden vier Programmvorschläge eingereicht. Wir werden versuchen uns auf einen zu einigen und diesen, wenn nötig, noch anpassen. Den ersten wird uns der Delegierte Ernst Tellmann vorstellen. 

Ernst Tellmann steht aus seinem Sitz ganz Links auf und kommt auf die Bühne. Der Linke Block jubelt und schwenkt Rote Fahnen und Cuba Flaggen. Höfliches Klatschen aus der Mitte, rechts abwartende Skeptische Mienen. 

Ernst Tellmann (23, Chef des illegalen Cuba Vereins aus Hohenzollern): Genossen und Genossinen. Als ich als kleines Kind in den Bunkern saß und den Bomben der Amis lauschte hab ich eins verstanden. Die Adeligen die diesen Krieg angezettelt haben sind Böse, die Amis und Engländer die diesen Krieg freudig mitgemacht haben sind böse. Wütende Aufschreie aus dem rechten Block. Die Amis sind wenigstens wieder von allein gegangen. Aber die Adeligen die uns in diese Lage gebracht haben, die sind wieder ab der Macht. Naja Scheiße schwimmt eben oben auf. Lachen und Jubel aus Linken Block, Applaus aus der Mitte. Wir müssen es diesen Adelsmaden zeigen. Wenn notwendig auch mit Gewalt. Wir müssen ein System schaffen in dem alle Menschen gleich sind. Ein System wie in in Cuba.

Ein Delegierter aus dem Rechten Flügel steht auf.

Abgeordneter (Aus dem Rechten Flügel): Eine Diktatur meinst du? Applaus aus dem rechten Flügel.

Ernst Tellmann: Tja lieber eine Diktatur als ein ein Deutschland das aus 14 Monarchien besteht. Schaut euch doch mal Cuba an. Da können alle Lesen und Schreiben, da haben alle genug zum Essen, da haben alle ein Dach über dem Kopf. Die dort haben dort schon seit ihrer Revolution keinen Krieg mehr gehabt. Wir brauchen auch eine Revolution. Dann gäbs nie wieder Krieg. Lauter Applaus aus dem Linken Flügel. Recht so Schreie. Sprechchöre mit Revolution oder Krieg dem Adel. In der Mitte ratlose Gesichtet, teilweise Applaus, teilweise Kopfschütteln. Einige flüstern Worte wie "Jungspund" oder "Hitzkopf". Einige Murmeln Dinge wie "Recht hat er ja". Rechts empörtes Geschrei, wie "Keine Gewalt", oder "erst Fragen, dann Schießen."  Wir könnten alles haben, was die Cubaner haben, wenn wir nur den Mumm haben und dem Adel den Bürgerkrieg ansagen. Wir, als Stimme des Volkes müssen endlich sagen, dass es genug ist. Deshalb Genossen stimmt für Programmvorschlag Nr 1 und für mich als neuen Parteichef. Jubel von Links. Applaus aus der Mitte, Buhrufe von Rechts. 

Friedrich Ebert: Ruhe im Saal! Danke an Ernst Tellmann. Das war höchst interessant. Sein Programm Vorschlag wir jetzt von den Ordnern ausgegeben. Okay. Als zweites hören wir jetzt Peer Holzbrück, vom Demokratischen Aufbruchsverein aus Preußen.

Peer Holzbrück kommt aus der Mitte auf die Bühne. 

Peer Holzbrück (57, Mitglied des demokratischen Aufbruchsverein aus Preußen): Danke. Liebe SozialDemokraten, ich kann meinen Vorredner nur Zustimmen, dass der Adel weiterhin in Deutschland herrscht ist eine Unverschämtheit. Dagegen müssen wir die Sozialdemokraten etwas Unternehmen. Allgemeiner Applaus. Aber eine gewalttätige Revolution wäre der falsche Weg. Er würde viele Opfer fordern und ein schlechtes Licht auf unsere pazifistische Partei werfen. Nein. Wir müssen für freie allgemeine Gesamtdeutsche Wählen kämpfen. Und zwar nicht mit Gewalt, sondern mit Demonstrationen und Streiks. Das Volk steht auf unserer Seite und wer das Volk auf seiner Seite hat, hat die Macht schon. Wir müssen die Macht nur richtig einsetzen. Bei einer Revolution würde das Volk von uns Abfallen. Selbst wenn wir uns die Regierungsgewalt erkämpfen könnten, die Macht hätten wir verloren. Nein wir brauchen freie Wahlen, die wir dann gewinnen können. Deutschland muss eine parlamentarische Demokratie werden. Wenn wir freie Wahlen gewinnen, haben wir die Regierungsgewalt und die Macht um Deutschland nach unseren Vorstellungen zu formen. Allgemeiner Applaus, einige aus der Mitte jubeln, nur wenige ganz Linke und ganz Rechte schütteln den Kopf und Murmeln etwas wie "Weltfremder Pazifist". Stimmt deshalb für Vorschlag Nr 2. Danke.  

Friedrich Ebert: Nun gut, gut. Ruhe bitte. Unser nächster Vorschlag kommt vom Christlichen Sozialclub. Er wird vorgestellt von Tristan Vogel. 

Ganz Rechts im Saal steht Tristan Vogel auf. Neben ihm hing eine weiße Fahne mit einem goldenen Kreuz. Er geht langsam nach vorne. 

Tristan Vogel (37, Mitglied des Christlichen Sozialclub aus Franken): Liebe Brüder und Schwestern, ich frage euch eins. Wer ist die sozialste Person die man sich vorstellen kann? Genau, es ist Gott! Wir als soziale Partei sind also folglich eine Gottespartei. Schnauben und Lachen erfüllt den Saal. Gott hat dem Adel auch seine Stellung gegeben. Wir müssen uns mit dem Adel arrangieren. Der Adel ist die Hand Gottes, und wir sind eine Partei Gottes. Wir müssen den Adel unterstützen und ihm helfen. Nicht wegen dem Adel gab es den Krieg. Nein, Gott wollte uns mit dem Krieg bestrafen, weil wir ihm und seinem Werkzeug nicht vertraut haben. Entrüstung und Buhrufe. "Was willst du den Hier" Sprechchöre von Links. Die Mitte ruft Buh, der Rechte Flügel schüttelt den Kopf. Na seht ihr. Wenn ihr so weiter macht wird es einen neuen Krieg geben. Das perfekte Land gibt es für uns wenn wir dem Adel folgen und tun, was Gott uns über ihn sagt.  Deshalb muss eine soziale Partei eine Partei des Kaisers sein und eine Partei der Adeligen. Nur dann wird Deutschland sozial. Deshalb wählt Vorschlag drei. Allgemeine Buhrufe. Gott wird nicht gnädig mit uns sein, wenn wir den Adel nicht unterstützen. Allgemeine Wut und Entrüstungsschreie. Danke. Tristan Vogel geht langsam von der Bühne, Saalordner müssen einige Vertreter der Linken davon abhalten sich auf ihn zu stürzen.

Friedrich Ebert: Danke für diesen, nun ja, scheinbar höchst umstrittenen Beitrag. Kommen wir zum vierten und damit letzten Programmvorschlag. Er wird präsentiert von Gerhard Schröder von der Pro Amerikanien Gesellschaft aus Sachsen. 

Gerhard Schröder steht auf und geht auf die Bühne. Der Rechte Block schwenkt Amerikanische Flaggen und jubelt. Die Mitte klatscht, von Links Buhrufe. 

Gerhard Schröder (41, Chef der Pro Amerikanien Gesellschaft aus Sachsen): Liebe Genossen und Genossinnen. Was ist das reichste Land der Welt? Das friedlichste, gerechteste, sozialste und weltoffenste? Genau, Amerikanien. Und wieso ist das so? Wegen der Toleranz der Amerikanier und wegen dem Technikverbot. Wir müssen es den Amerikanienier nach machen. Wir müssen tolerant gegenüber allen sein. Der Adel muss entmachtet werden, aber nicht bestraft. Was kann schon ein einfacher Fürst dafür, dass der Kaiser einen Krieg angezettelt hat? Und wir müssen neue Technik verbieten. Wie hätte Willhem den Krieg entfesseln sollen, wenn er keine Autos, Lastwägen oder Panzer gehabt hätte? Wie würden die Fabriken funktionieren, in denen das Volk ausgebeutet wird, wenn es keine Fließbänder gäbe? Wie würde die Fürsten ihre Propaganda verteilen, Jubel von rechts, Applaus aus der Mitte, nachdenkliche Gesichter Links, aber auch einige wütende. Ernst Tellmann steht auf.

Ernst Tellmann: Also die Amis konnten ziemlich gut bomben, findest du nicht.

Applaus und Lachen Links, nachdenkliche Mienen aus der Mitte, wütendes Geschrei von Rechts

Gerhard Schröder: Aber Cuba was? Da sind sie doch in Scharen verhungert. 

Ernst Tellmann: Weil die Adelsländer Cuba boykottiert haben! Jetzt wo die Boykotte aufgehört haben, gehts allen Menschen in Cuba gut.

Gerhard Schröder: Nun gut. Aber ...

Ernst Tellmann: Aber was? Lachen von Links und in der Mitte, Wütschreie von Rechts. Außerdem hatten sogar die Amerikanier ne Revolution, wo sie ihre Adeligen ins Dixieland abgeschoben haben. 

Gerhard Schröder: Wir könnten das ohne Gewalt schaffen. Wenn wir von Amerikanien unterstützt werden, geben die Adeligen auch ohne Gewalt auf, dann können wir einen Idealstaat schaffen, wie Amerikanien. Also stimmt für den Vorschlag Nr 4. Danke. Rechts lauter Applaus, in der Mitte und Links wenig überzeugte Minen. 

Friedrich Ebert: Nun, dass war unser letzter Vorschlag. Schreiten wir nun zügig zur Abschreibung. Schreiben sie den Vorschlag, den sie befürworten auf den Zettel, den die Ordner ihnen gegen haben und geben ihn dann zurück. Die Delegierten tuen wie ihnen geheißen wurde. Die Ordner zählen die Stimmen aus und geben Ebert einen Zettel auf dem das Ergebnis steht. Ok, hier halte ich das Ergebnis in der Hand. Wir sind hier im Haus 542 Stimmberechtigte. Der Vorschlag  Nr 3 von Tristan Vogel erhält 12 Stimmen.

Tristan Vogel steht auf und verlässt den Saal. 

Tristan Vogel: Das werdet ihr noch bereuen. Gott wird euch strafen!

Friedrich Ebert: Jaja, bestimmt. Werft ihn raus. Für den Vorschlag Nr 4 von Gerhard Schröder stimmten 140 Personen. Für den Vorschlag Nr 1 von Ernst Tellmann stimmten 142. Der Vorschlag Nr 2 von Peer Holzbrück erhält 248 Stimmen und ist damit angenommen. Die neuen Zielen der SPD sind also eine Einigung Deutschlands, allgemeine freie Wahlen, die Entmachtung des Adels und die Errichtung einer Parlamentarischen Republik. Allgemeiner Applaus, aus der Mitte Jubel. Als nächstes werden wir eine Parteispitze wählen. Die Kandidaten dafür sind Ernst Tellmann, den wir ja alle schon gehört haben, Otto Wels vom demokratischen Aufbruchsverein und Karl Katsky von der Amerikanien Gesellschaft Ostfalen. Da die SPD generell von einer Dreierspitze geführt wird, hat sich das Wohl auch schon erledigt. Ab jetzt kann jeder auf die Bühne kommen und eigene Vorschläge machen. Also dann, wer möchte anfangen.

Eine Frau aus dem Linken Flügel steht auf

Rosa Fema (37, Mitglied des Sozialen Frauen Bundes aus dem Hanseland): Genossinnen und Genossen, die Frau hat in der Nachkriegszeit bewiesen, dass sie keineswegs ein schwaches, zartes Wesen ist, dass beschützt werden muss. Nein, nicht nur das, Frauen haben bewiesen, dass sie Teilweise sogar stärker und taffer sind als Männer. Die Trümmerfrauen Bauten in den zerbombten Städten Häuser wieder auf und schafften Essen für die Kinder an, als ihre Männer entweder tot oder noch in Kriegsgefangenschaft waren oder in Frankreich mit irgendeinem Flittchen durchgebrannt waren. Wie sähe Deutschland heute wohl aus, wenn die Frauen nicht so hart gearbeitet hätten? Deshalb sollte sich die SPD dafür einsetzen, dass in Deutschland eine Frau mit einem Mann gleichgesetzt ist. Sie soll genauso Geld verdienen können wie er, genauso wählen können wie er und sich genauso Scheiden lassen können wie er. Das sollte in unserem neuen Programm aufgenommen werden. 

Friedrich Ebert: Wer dafür ist, dass die Gleichberechtigung der Frau in das Programm aufgenommen wird, der stehe auf und sage "Ja", danach stehe auf, wer dagegen ist und sage "Nein". Die Überwältigende Mehrheit der Delegierten steht auf und sagt "Ja" Damit ist der Antrag angenommen und die Gleichberechtigung der Frau ist ab sofort ein erklärtes Ziel der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Allgemeiner Applaus. Will noch jemand etwas sagen?

Ein Großgebauter Mann in einem sehr alten Arbeitermantel kommt von Links auf Die Bühne.

Heiner Wohlmann (45, Mitglied des Wohlfahrtsverein Hessens): Hallo, Genossen und Genossinen. Ich komme vom Wohlfahrtsverein Hessens. Wir verteilen jeden Tag Lebensmittel an die, die es sich nicht leisten können sie zu bezahlen und das sind wirklich und werden immer mehr. Trotz Wirtschaftsaufschwung und so. Wir haben inzwischen kaum noch das Geld um die Lebensmittel zu bezahlen, obwohl es Arbeiter gibt, die uns fast ihr ganzes Gehalt spenden und währenddessen gibt es Menschen, bei denen biegt sich der Tisch fast nur so vor lauter Essen. Ich finde, jeder Deutsche sollte etwas von seinem Gehalt abgeben, damit mit diesem Geld Menschen ernährt werden können, die nicht genug haben um sich selbst zu ernähren. Rechts steht ein Mann im feinen Anzug eines gut Verdienenden auf und kommt auf die Bühne.

Walter Dreher (50, Club der sozialen Selbständigen) : Ich befürworte ja deine Arbeit, aber das ist ja wohl nicht gerecht. Wieso sollte ein hart arbeitender Gutverdiener gezwungen werden, für faule Schmarozer zu zahlen.

Heiner Wohlmann: Also bitte Herr Dreher, mäßigen sie sich. Die wenigsten unserer Kunden arbeiten nicht. Die meisten Arbeiten hart als Parkputzer oder Straßenkehrer oder etwas in der Art, Tätigkeiten bei denen Mann vom Adel beschäftigt wird, der aber nur selten bezahlt. Manche Adeligen erachten es sogar als so große Ehre für den Arbeiter, wenn er ihren Garten säubert, dass sie ihn gar nicht zu bezahlen brauchen. Oder sie behaupten das der Job schlecht gemacht worden wäre und verweigern den Lohn. Wenn Arbeiter etwas dagegen Unternehmen wollen werden die manchmal sogar von den Soldaten der Adeligen zusammengeschlagen. Die unserer Kunden die tatsächlich nicht arbeiten sind meist zu krank oder zu alt. Außerdem kommen viele Frauen zu uns, deren Männer im Krieg gefallen sind. Manche von ihnen haben Kinder, manche sogar von Besatungssoldaten. Es liegt meist nicht an der Faulheit, dass Menschen zu uns kommen müssen. Eine Art von Sozialausgleich oder Sozialversicherung wäre gut. Dann müsste auch niemand mehr fürchten, dass er verarmen würde, wenn er krank würde oder etwas ähnliches. 

Friedrich Ebert: Gut, wer für den Vorschlag ist, der stehe nun auf und sage "Ja". Eine gute Mehrheit steht auf Gut. Damit ist der Vorschlag angenommen. Ab jetzt ist die Forderung nach einer Sozialversicherung in das Programm der SPD aufgenommen. Oh sehe, die Zeit ist schon wieder knapp. Für einen Vorschlag haben wir noch Zeit.

Wer will? Ein Kriegsinvalide mit Krücken steht auf und humpelt auf die Bühne.

Willi Trehs (53, Club der Kriegsinvaliden, aus Südfriesen): Ich bin im Krieg, wie viele andere, schwer verwundet worden, kann nicht mehr arbeiten und kaum noch gehen. Bis jetzt wurde ich von den Amerikaniern einigermaßen versorgt. Doch die sind jetzt abgezogen und mir bleibt nichts anderes übrig als zu betteln. Ich hab nicht einmal ein Dach über dem Kopf, das Haus, in dem ich eine Wohnung besessen habe, wurde zerbombt und ist bis heute nicht wieder aufgebaut worden. Niemand der eine Wohnung darin besessen hat, hat das Geld dazu, nicht mal wenn sich alle zusammen tun. Ich lebe in einer Zeltstadt, die die Amis errichtet haben und die, jetzt wo sie weg sind, langsam zerfällt. Der Krieg hat mir alles genommen, meinen Besitz, meine Gesundheit und zwei meiner Brüder, die auf dem Schlachtfeld gefallen sind. Und wie geht es jenen die den Krieg angezettelt haben, dem Adel? Der konnte seine Häuser leicht wiederaufbauen. Der hat ja das nötige Kleingeld und glaubt ihr einer von denen hätte sich im Krieg verletzt? Nein, die standen ja alle Kilometer hinter der Front, haben Kaffee getrunken und sich über den Kriegsverlauf unterhalten. Für den Krieg, den der Adel angerichtet hat, wurde nur das einfache Volk bestraft. Das ist einfach ungerecht. Deshalb schlage ich vor, dass der Adel für den Wiederaufbau bezahlt, dass die Wohnhäuser mit dem Geld des Adels aufgebaut werden. Ich finde die Opfer des Krieges sollten mit dem Geld der Schuldigen entschädigt werden. Allgemeiner lauter Applaus und Jubel. 

Friedrich Ebert: Also wer für den Vorschlag von Willi Trehs ist, steht nun bitte auf. Alle Abgeordneten stehen auf. Der Vorschlag ist einstimmig angenommen. Ab jetzt wird die SPD fordern, dass die Opfer des Krieges mit dem Geld des Adels entschädigt werden. Gibt es noch irgendwelche Vorschläge. Niemand steht auf. Gut, dann beende ich den Parteitag. Das heute beschlossene Programm wird ausformuliert und jedem SPD-Mitglied zugeschickt, spätestens Ende September sollte es angekommen sein. Draußen vor der Tür sind Bierzelte aufgebaut worden, in denen anschließend die Neugründung der SPD gefeiert wird. Sie sind dazu herzlich eingeladen. Guten Abend. Allgemeiner Applaus, die Delegierten stehen aus und gegen hinaus, um die Neugründung zu feiern.

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